Hinter dem schönen Schein

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    Lady Adelaide
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:12 pm



    Sattes Grün, duftiges Gelb, zartes Violett wie kein noch so begabter Maler es jemals festzuhalten vermochte. Leises Rauschen des Windes, dass durch das feine Haar der jungen Frau auf der Decke wehte, das dunkle Braun aufwirbelte. Sanftes Gezwitscher der herumfliegenden Vögel welches, beinahe durch das Rauschen des nahe liegenden Flusses verschluckt,ans Ohr drang. Doch alles verblasste, wurde nebensächlich, bedeutungslos beim Klang und Anblick des Lächelns das von ihr ausging. Die Arme ausgebreitet ertönte die zarte melodische Stimme, nur ein Wort, ein Name...


    "Adelin!"


    Ein Gefühl der Wärme, tiefster Zufriedenheit das sich ausbreitet, so sich die Arme der jungen Frau um das Mädchen mit dem Kastanienroten Schopf legten. Zu kurz, zu flüchtig, zu vergänglich...

    ...der Wind wurde rauer, das Gezwitscher der Vögel hektischer, deutlich konnte man den aufziehenden Sturm, das Gewitter erkennen. Der Himmel verdunkelte sich, die weißen Wolken verfärbten sich, verwischtes Weiß das sich zu Grau wandelte. Die Schatten wurden länger, unaufhaltsam....

    ...bis die Sonnenstrahlen sich erneut ihren Weg erkämpften und errangen. Ein Pfad voller Hindernisse, Gefahren, allen Widrigkeiten zum Trotz.Geduld war es die aufgebracht werden musste, die Zeit, die es zeigte. Ein kleines aufkeimendes äußerst zartes Pflänzchen dessen wahre Kraft so tief und unumstößlich von Vertrauen genährt wurde.
    Etwas, das der jungen Lady ein schier bezauberndes Lächeln, im tiefen Schlaf, auf die Lippen zauberte. Tiefer, erholsamer Schlaf, alle Schatten und düsteren Wolken weit weg, beinahe der Umarmung auf der Sommerwiese gleich.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:14 pm



    Ich will hier weg, heim.


    Panik war es die in ihr aufstieg, gewaltsames Festhalten.
    Nachdem man in einer völlig fremden Umgebung aufwachte. Wo man doch zuvor noch mitten in der Öffentlichkeit stand. Eine Tasse Kaffee in Händen, nichtsahnend spazierte sie zur Terrasse des Eremiten und prompt, war alles anders. Kein gemütlicher Nachmittag, bevor man die Reise in den Osten auf sich nehmen wollte. Kein vergnüglicher Abend voller Plauderein. Ärger war es der in ihr aufstieg als sie mit der Frau zusammenstieß. Noch größerer Ärger der aufkam als Jene sie anpöbelte, schubste, mit dem Dolch bedrohte. Als die unliebsame Bekannte, trotz Zuredens nicht davon abweichen wollte.
    Bedrohlich? Auf jeden Fall!

    Du darfst keinen Bürger Schaden zufügen, aber du kannst dich wehren, die Situation entschärfen.

    Ja, die Gedanken waren nicht falsch, doch wer rechnete denn mit Soetwas?
    Ein einfacher Novizenzauber der sie nur der Waffe berauben sollte und plötzlich ein Schmerz, welcher sich durch Mark und Bein zog. Die Hand schmerzte so derart das es kaum mit Worten zu beschreiben war. Und dieses Glimmen das von der Diebin ausging, dieses eindringliche grüne Licht das unter ihrem Mantel hervorblitzte. Doch auch sie schien plötzlich Schmerzen zu haben, schrie die Rothaarige laut an. Pöbelte weiter.

    Nahezu im Reflex hob die junge Adelige ihre Linke und forschte nach der Ursache des Ganzen.
    Ein Fehler, ein schrecklicher Fehler.
    Erneut zuckten Schmerzen durch beide Leiber. Durch den der Diebin, die zurück an die Wand gepresst schwer stöhnte. Wie auch Adelaide, die wie ein Schluck Wasser in der Kurve hing.
    Wie eine schwere Eisenkette die sich um ihren Brustkorb zog, enger und enger, sie abschnürte bis sie schier zu zerreißen drohte, fühlte es sich an. Die Luft nach der sie schnappte wie ein Fisch an Land, so schwer zu erreichen, so fern alles Möglichen. Der Schwertknauf glühte nun förmlich auf, in diesem unheimlich anmutenden grünen Licht, immer heller und heller...

    Atmen, Adelaide, atmen. Ruhig bleiben, jetzt nicht den Kopf verlieren.

    Immer matter wurde die junge Frau, ließ sich gegen die Wand gestützt gen Boden sinken. Die Lider, so schwer, als hätte sie seit Wochen kein Auge zugetan. Mattigkeit die an ihr zog, immer weiter und weiter. Bis, die Dunkelheit sie wie eine Decke umhüllte und mit sich riss. Ruhe, Frieden, Stille.
    Doch dann, Stimmengemurmel. Ein Mann, dem Ton nach, die Diebin. Aber die Müdigkeit zog weiter an ihr, ließ sie nur unter höchster Anstrengung die Lider halb öffnen.

    Sie verhandelten, die Diebin und der Mann. Betrunken? Wer soll betrunken sein, er hat nichts gesehen, dies ist nie geschehen?
    Wo bin ich?
    Ich will nach Hause...


    Alles so verschwommen, ein klares Bild tat sich erst langsam auf. Wer war der Mann, wo kam er her, war er ihr Helfer. Soviele Fragen, doch die einzige die über ihre Lippen kam war die wohl Gängigste.


    "Wo bin ich?"

    "Lasst mich gehen, bitte. Lasst mich sofort gehen."

    Langsam kehrte die Stärke, der Wille in den Leib der jungen äußerst blassen Frau zurück. Ein Versuch sich aufzusetzen wurde sogleich unterbunden. Gewaltsam drückte man sie zurück auf ihre Liegstatt. Ihre, wo war sie verdammt? Eben stand sie doch noch im Eremiten.


    "Lasst mich gehen!"

    Die Wut, der Zorn nahmen immer mehr Übermaß, die Hand ging hoch zu ihrem Amulett, welches sonst immer verborgen unter der Kleidung lag. Fest umkrampften die Finger ihre letzte Rettung, so fest das die Fingerknöchel weiß hervortraten, aber was wenn sie versagte? Tränen waren es die sich ankündigten, doch der Stolz gebot es ihr diese zurück zu halten. Bloß nicht die Haltung verlieren, bloß keine Angst zeigen. Schöne Gedanken mussten her, Solche, die diese düstere Situation entkräfteten. Maxwell, sein Gesicht, seine kleinen Finger.

    "Lasst mich gehen!"

    Ihr Held, der zu Hause warten würde, der sich nicht einmal über ihre Fernbleiben wundern würde. Vermutete er sie doch auf dem Fest der Wolfenbergs. Wie lange mochte es wohl andauern bis man ihr Fehlen bemerkte....Der Gedanke war kaum zu Ende gesponnen als eine weitere Person in den, ohnehin beengten, Raum trat. Stimmengewirr, sie musste sich stark konzentrieren um den Sinn zu erkennen. Wieder jemand Fremdes, jemand der sie anherrschte, sie zum Bleiben zwang. Die Diebin aufforderte sie festzuhalten, sie zu zwingen zu bleiben.
    Wie sie die Kraft für ihre Worte fand, ungewiss, wie sie es schaffte sich zu erheben, ebenso. Die linke Hand verblieb auf ihrer letzten Rettung, die Rechte wanderte zum immer mit sich geführten Dolch unter ihrem Mantel. Wie sie es aus der Tür schaffte zum Turm der Magier, schwer zu erklären.
    Sie würden sich kümmern, die wache wie auch die Hochmagus. Wenige gab es noch in dieser Stadt auf die Verlass war, aber es gab sie. Ob sie sich nun sicher fühlte? Schwer zu sagen. Es hätte auch anders ausgehen können, sie hätte nicht mehr zurückkommen können.

    Aber nun hatte sie Verantwortung und einen Grund wieder zurück zu wollen. Vermutlich, war es genau DAS, was dem Rotschopf die Kraft verlieh.

    Ein zu Hause,
    eine Familie,
    ein Leben das es wert ist
    darum zu kämpfen und alle zu bekämpfen die es bedrohten.


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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:15 pm



    Wer mit Menschen spielt, sollte sie nicht unterschätzen,
    denn wer den Funken in ihnen schürt, sollte das Feuer beherrschen.
    Menschen die oft verletzt wurden, sind gefährlich, weil sie wissen,
    wie man überlebt.

    Hell, lodernd, züngelnd in einem Farbenspiel das seines Gleichen sucht.
    Fordernd, gierig, forsch voran preschend.
    Erst ward es nur eine Glut, verborgen, versteckt vor aller Augen. Doch einmal entfacht, loderte es immer wieder von Neuem auf. Flammen die sich empor kämpften seit dem Tag an welchem sie erweckt wurden.

    Worte, Blicke, Berührungen.
    Stärker, kräftiger, machtvoll wurde es.
    Unbeherrscht zu Beginn, schwer unter Kontrolle zu behalten.
    Genährt von allen Seiten, durch Verrat, Lügen, Betrug.

    Die Falschheit fachte es immer wieder erneut an, das Ventil das wie so oft überzukochen drohte.
    Nicht auszudenken so es eines Tages soweit käme.
    Einige Wenige, die es in Schach hielten, doch nur eine Person die es verstand mit dem Feuer zu spielen, es zu bändigen. Es aufkochen zu lassen wenn es sich ergab, es aber wieder in seine Schranken zu weisen so es außer Kontrolle zu geraten drohte.

    Worte, Blicke, Berührungen.
    Stark, kräftig, machtvoll.
    Nicht beherrscht, geführt.
    Genährt durch Vertrauen, Liebe, Geduld.

    Nur wer das Spiel mit dem Feuer verstand, verbrannte sich nicht.

    Er...verstand.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:17 pm

    Schneegestöber in Dalaran

    Der Sonnenstand der sein warmes angenehmes Licht, durch die weichen hellen Seidenschals des Kaminzimmers im Dalaraner Palais Levenberg, warf ließ auf knapp vor dem Mittags-schlag schließen. Die feine Gesellschaft, die sich derzeit vermehrt in der zauberhaften Stadt aufhielt, war gewiss noch in ihren weichen Federbetten und schlummerte tief. Wer konnte es ihnen verdenken, aufregend war der Vorabend, Spannung, ein Kräftemessen das Seinesgleichen sucht.
    Sowohl optisch als auch fachlicher Natur.
    Die junge Lady hatte sich auf dem Lammfell vor dem Kamin platziert, ein leichtes, fließendes Hauskleid am Leib und vor sich den kleinen Lord. Seine ersten Versuche sich aufrecht zu halten, noch mit Hilfe seiner Frau Mama, die ihn sanft an den Händchen hielt, doch immerhin.


    >Und dann, hat der Magus Spiegelbilder von sich gezaubert, Maxwell. Oh das war wundervoll, völlig identisch, im Aussehen, in seiner Gestik, Mimik. Aber leider wurden sie durchschaut.<

    Ein amüsiertes Schmunzeln ertönte hinter der Lady, die kurz ihren Blick über die Schulter warf, ein warmes herzlich anmutendes Lächeln auf den Lippen. Sich für einen Moment in der Betrachtung des Vertrauten verlierend, ein Moment, den Maxwell für sich zu nutzen wusste.


    >Er versteht das schon und wenn er erst alt genug ist...<


    Auf den Deut ihres Begleiters hin richtete die Rothaarige, die inzwischen die Hände des kleinen Jungen losgelassen hatte den Blick wieder nach vor zu ihm. Hatte sich der Frechdachs doch das Gastgeschenk der hohen Lady Hekate angeeignet. Eine gar zauberhafte Schneekugel. Durchaus detailverliebt das Innenleben, zeigt es die Gassen Dalarans, mit hohen Türmen, und runder, elfischer Architektur. Gar kleine Männchen die in der winterlichen Szenerie herumstehen.  Ob der junge Mann dies überhaupt erkannte, fraglich, da wurden die Lippen an das Glas gepresst und losgesaugt.

    Die Rüttelbewegung des Jungen fördert die wahre Schönheit des offensichtlich verzauberten Stücks zu Tage. Denn als der Schnee gefallen ist, durchlebt die kleine Szenerie einen Frühling, bei dem alles taut. Winzig kleine Blümchen spriessen, Bäume tragen Blätter und die Massen treten durch die Strassen. Es folgt der Sommer, mit Sonnenschein, und Flora in vollster Blüte. Im magischen Herbst dann fallen die Blätter, und es wird deutlich ruhiger in den Gassen. Bis letztlich erneut der ursprüngliche Winter einkehrt. Und das weisse Pulver in der Schneekugel zurück auf den künstlichen Boden sinkt.

    Völlig fasziniert betrachtet der Spross des Hauses das Schauspiel im Inneren, tapst mit den Händchen gegen das Glas und entlockt seiner Mutter, wie auch dem anwesenden Herren damit ein Schmunzeln.
    Erneut umgewandt entrichtet die, diese Woche hell auf begeisterte, angehende Magierin ihre Worte voller Überzeugung.


    >Siehst du, er weiß schon was er will, nimmt es sich und wird gewiss eines Tages ein ganz großer Magier. Es braucht nur etwas Zeit.<

    Da erfolgte erneut ein Deut des amüsierten Herren, der sich schmunzelnd in einem der einladenden Polstersessel vor dem Kamin niedergelassen hatte. Als ob er seine Mutter vorführen wollte, so ein kleiner Schlawiner. Da hatte sich der kleine Junge mit dem dunklen Schopf einfach in die Horizontale begeben, die kleinen Ärmchen fest um die Schneekugel geschlungen und die Äuglein zum Mittagsschlaf geschlossen.
    Ganz großer Magier, wirklich.
    Aber wie die großen Magier des Tages es wohl noch taten, ruhte er nun auch.

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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:20 pm

    Man kann es nicht einem Jeden recht machen...


    Klebrige Fingerchen, kleine rote Abdrücke auf der Seidendecke, ein selig schlummernder kleiner Junge,mit einem angekauten Honigkringel in Händen, zwischen die Kissen eingekuschelt. Der Blick der jungen Lady nachdenklich auf dem jungen Lord, liebevoll, sanft und doch soweit weg, in Gedanken, irgendwo im Nirgendwo. Das Jahr noch so jung und doch war schon soviel geschehen.
    Ein Tunier, ein Ball inklusive eines Toten, Gerüchte, Bedrohungen, Politik.

    Das Zaubertunier, eine angenehme Woche voller Spannung, Aufregung und alten Bekannten auf die man traf. Es war faszinierend die verschiedensten Ansätze der Magier zu beobachten, mit denen sie ihre Kreativaufgaben angingen. Schwätzer gab es, viel zu bescheidene Magier und solche die schneller in Vergessenheit geraten würden, als das man ihren Namen gänzlich auszusprechen vermochte. Das Bankett, gemischt, Politik traf auf Magierkaste, Freunde auf Feinde, Unbekannte auf Gleichgesinnte.
    Eine Woche Dalaran, etwas das wieder lange fällig war. Traf man so wieder im engsten Kreise der Familie aufeinander. Die Erzmagierin, die Hochmagus, ihre Tante war genauso vor Ort wie ihre Cousine die in den Norden verheiratet wurde. Und Maxwell, das erste Mal in der Stadt der Sterne.
    Auch der Gnomenmagier, der über die letzten Monate immer vertrauteren Umgang mit der Lady pflegte, wurde eingeladen, der Lordrichter und ein paar der Stiftungsmitarbeiter.

    Eine unvergessliche Woche, Zauber, Macht, der schöne Schein. Abschluss fand dies alles in einem, wie schon im Vorjahr , fulminanten Ball auf dem prächtigen Anwesen der Lady Hekate. Ein Kostümball auf dem sie die Kuratorin ein ganz besonderes Kostüm leistete.
    Lebensecht wirkten die, sich bewegenden, durchscheinenden Flügel welche am Rücken befestigt waren. Gar konnte man, bei jedem Flügelschlag, feinsten Glitzerstaub ausmachen der davon hinfort geweht wurde. Der schimmernd helle Blick, verschleierte durch sein Glimmen das Antlitz zur Gänze. Feinste Bahnen Seide umhüllten den Körper der Lady, Schicht um Schicht, in Grün, Gelb, Gold und Blautönen.Hier war doch gewiss Magie im Spiel.
    Auf jeden Fall beeindruckte es so sehr, das die Lady damit den Bewerb der schönsten Maskierung für sich entscheiden konnte. Champion der Maskerade. Dazu erhielt sie eine kostbare Maske aus Elfenbein, bestückt mit den feinsten Edelsteinen, welche nun im Arbeitszimmer des Palais prangte.
    Eine wahrlich unvergessliche Woche, doch trübte auch etwas die Freude. Der Tote am zweiten Ballabend. Erneut, wie im Vorjahr, ein plötzlicher Tod. Wenngleich er diesmal über die Brüstung stürzte, so hielt sich der Verdacht das dies nicht ohne Fremdeinwirkung geschehen sein mag.

    Doch anders wie im Vorjahr, ließ sie diesesmal die Finger von diesem Spielchen, diesesmal hatte sie jemanden für den sie Obsorge tragen musste. Die Prioritäten hatten sich verschoben. Gewaltig.
    Die Ketten abgeschüttelt, den Platz gesichert wurde nun vorrausgeblickt.
    Ein mildes Lächeln huschte bei der Betrachtung des Sohnes, der noch immer schlummerte, über ihre Lippen. Da war auch kurzzeitig der Ärger vergessen, Ärger über Dreistigkeit, Lügen, die herablassende Art von so Einigen in ihrer Nähe.

    Unschön wenn sie Kritik nicht als solche aufnahmen, sondern als Grund zur Hetze, Gerüchte zu verbreiten. Da war diese furchtbare Waldläuferin, die Inkompetenz in Person, die vermutlich bei der Hirnverteilung gefehlt hatte, oder einfach zu oft von der hochelfischen Wickelkommode gefallen war. Den Eindruck bekam man spätestens bei Satz Nummer Drei in einer Unterhaltung mit Jener.
    Den Kopf schüttelnd streichelte die Lady dem kleinen schwarzhaarigen Mann über sein Haupt.
    Oder diese Ratten die sich erst großspurig vor den Altar wagten um dann im Nachgang ihren Treueschwur zu vergessen, in andere Betten zu hüpfen und Jene, die sie verschmäht hatten zu diskreditieren. Armselige kleine Würmer, die nichts im Leben erreicht hatten, egal wie sehr sie sich anstrengten, egal wie sie strampeln mochten. Verlierer, blieben Verlierer.

    >Keine Sorge, mein Schatz, von solchen Personen halte ich dich fern.<

    Raunte sie leise und hob den rechten Mundwinkel.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:21 pm



    Ein ruhiger Abend, mehr oder weniger.
    Die Unruhen waren die Tage mehr als gut zu spüren, an jeder Ecke, an jedem Gesicht konnte man die Spannung, die sich inzwischen in dieser Stadt ausgebreitet hatte, ablesen.

    Dreist waren sie durchaus, wie der eine Elf der die Lady einfach zurvor anrempelte und dann noch dreist zu kokettieren wagte. Unverständnis, Skepsis war das täglich Brot, gesunde Vorsicht, aber Anstand, das konnte sich wahrlich ein Jeder leisten.

    Sich darüber zu ärgern, dafür blieb nicht genügend Zeit, nein. Am heutigen Abend erwartet sie eine junge Frau, eine Frau die einen gewichtigen Schritt anstrebte. Das Gespräch verlief vielversprechend, nervös war die junge Westfallerin, doch gegen Ende wurde auch sie etwas ruhiger.
    Bis, ja bis es zur Verabschiedung kam...



    "Gut, dann denke ich hätten wir alles, Fräulein Schönfeld, wir sehen uns..."
    Ein lautes Donnern, Grollen, das Gebäude erzitterte, Geschirr schepperte, die Fenstergläser vibrierten.
    Alarmierte Blicke wurden ausgetauscht, nach der hauseigenen Wache gerufen.

    Die lauten Parolen zuvor waren schon unangenehm aufgefallen, doch dieser Knall, das konnte nichts Gutes verheißen. Das konnte doch nur ein mieser Zufall sein. Die Bürger würden es doch nicht wagen...war der Hass so groß das sie ihre eigenen Reihen zu gefährden gedachten?

    Die Besucher wurden gebeten zu bleiben während die Lady und Miss Beerenforst sich die Situation genauer besehen wollten. Ein Aufmarsch, Menschen, Elfen, Rufe, Beleidigungen. Wachen die drohten. Bürger die aufbegehrten.
    Was zum Nether war hier nur los, hatte der König so falsch gelegen, der sanftmütige junge König einen Fehler begangen und so einen Bürgerkrieg angezettel? Die Zeichen standen dafür.


    "Licht steh uns allen bei..."
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:24 pm


    Wenige Worte, wenige Zeilen und doch so eine enorme Umstellung.
    Und wiedermal diese ewige, leidige Konstante in ihrem Leben. Die böse Frage.
    WARUM? Warum ist sie weg? Warum lässt sie ihn zurück?
    Ohne größere Erklärung, keine greifbare Begründung.

    Der Blick der Lady wandert langsam, zwischen dem Kinderbett und vergnügten Lachen zu ihren Füßen,hin und her. Das Augenmerk legt sich auf den quietschvergnügten Nachwuchs der seine Schlafstätte gerade mehr als strapaziert. Wandert weiter, zu dem etwas älteren Jungen der zu ihren Füßen mit dem Rocksaum der Lady spielt. Ein tiefes Seufzen entringt sich ihrer Kehle, einen Moment später wird der Junge hoch genommen und zu Maxwell in das Kinderbett gesteckt. Forschend, nachdenklich beobachtet sie die beiden Kinder die nur vier Monate trennen. Den Stuhl näher ziehend lehnt sie sich, nachdem sie sich gesetzt hat an den Rahmen des edlen Holzgestells das beide Kinder beherbergt.


    >Das bekommen wir auch noch hin...<

    Murmelt sie leise während die Gedanken der Lady auf Reisen gehen. Zurück, in eine Zeit die durch Leichtigkeit beherrscht war. Natürlich ahnte man das damals nicht, nein, man beschwerte sich, wenn auch nicht lautstark über die strengen Regeln, Prüfungen, dne vielen Lehrstoff.
    Das erste Zusammentreffen mit der blassen schwarzhaarigen, die Gespräche, das miteinander lachen. Sorgen die man sich anvertraute, keinerlei Geheimnisse voreinander.
    Unbeschwertheit.
    Und jetzt...die Fronten so verhärtet, so von einander entfernt das die größten Sorgen untereinander unausgesprochen blieben. Erinnerungen an ihre Träume, ihre Ziele. Die Offenbarung der großen Veränderung in ihrem Leben, ihr Verschwinden, für Monate. Nunja, zumindest offiziell.
    Adelaide wusste wo sie sich aufhielt, sie war die erste Anlaufstelle bei ihrer Rückkehr, ihr Halt, ihre Familie.
    Vielleicht hatte sie deswegen so entschieden. Das Wichtigste in ihrem Leben“aufgegeben“. Ihrer Freundin anvertraut.
    Für wie lange? Für immer? Eine große Veränderung, auch für die Lady, ihre Familie.


    >Ein, zwei Monate. Dann sehen wir weiter.<


    Ertönt das leise Flüstern des Rotschopfes, Stille im Raum, nur das fröhliche Glucksen der beiden Knaben erfüllt die Räumlichkeit. Unbewusst wandert die rechte Hand vor um dem Knaben, über die Wange zu streicheln.
    Was bleibt, das "Warum".
    Gefühle in einem Chaos.
    Hin und her-gerissen Sein zwischen der "vergangenen"Verbundenheit, der aufgekeimten Enttäuschung und Fassungslosigkeit ob der, jüngsten so unbestimmt erscheinenden, Entscheidungen.Wut, Traurigkeit die sich hervordrängen, Hoffnung, Geborgenheit für den fremden Sohn. Tiefe Zuneigung für den Mann ihres Herzens der, ohne groß zu hinterfragen, den Jungen aufnahm. Der Willens ist ihm ein zu Hause zu schaffen, wie dem eigenen Sohn.


    >Das bekommen wir auch noch hin...<
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:26 pm


    Wie jeden Morgen saß die junge Lady im Spielzimmer der beiden kleinen Jungen. Inzwischen hatte man sich mit dem unerwarteten Zuwachs des Hauses arrangiert. Im Moment bemerkte man den geringen Altersunterschied der Beiden noch recht gut. Drei Monate trennten sie nur, in wenigen Jahren wäre dieser kleine Vorsprung des Mündels obsolet. Während Maxwell langsam begann sich an den Möbeln hochzuziehen, versuchte Daniel sich schon daran die ersten eigenen wackeligen Schritte anzugehen.
    Der helle Raum, in sanften Cremetönen gehalten, das Sonnenlicht das am Vormittag den Raum mit Wärme erfüllte, wenn es durch die feinen Vorhänge brach. Ruhig war es, nun, so ruhig es in einem Zimmer mit zwei Kleinkindern eben sein kann. Adelaide hatte es sich im Schaukelstuhl, direkt neben den spielenden Kindern, bequem gemacht. In ihren Händen die Abschrift des Lordrichters.
    Keine Gesetzestexte, keine Dokumentationen über vergangene oder gegenwärtige Fälle.
    Nein, hierbei handelte es sich um die Geschichte seines Lebens, sein Werdegang.
    Im vergangenen Winter noch eine Idee die man an ihn weiterreichte, nun, der erste Teil eines Werkes das vermutlich nur sehr wenige Personen je zu Gesicht bekämen.

    Langsam schaukelte sie vor und zurück, Wort für Wort, Zeile um Zeile wurden die ersten Seiten verschlungen. Neugierde die sie antrieb, Spannung die sie bei dem Werk hielt.
    Überraschung zeichnete sich durchaus des Öfteren auf der sonst so diszipliniert neutral gehaltenen Miene der Lady ab.

    Da, ganz leise war eine Melodie zu vernehmen, sanft, ruhig, ihr nur allzu gut bekannt.
    Erinnerungen die sich mit den Tönen auftaten. Von einem schönen Tag, einem besonderen, lange herbeigesehnten Tag, der besiegelte was wie das Ende einer Geschichte anmutete. Und doch, begann mit genau dieser Melodie nur ein weiteres Kapitel ihrer eigenen, gemeinsamen  Geschichte.
    Ein warmherziges, ehrliches Lächeln bahnte sich seinen Weg auf die feingeschwungenen Lippen der Rothaarigen. Ein Bild tauchte vor ihrem geistigen Auge auf. Ein Fest, die Melodie die erklang und eine ihr gereichte Hand die sie auf die Tanzfläche führte. Unerwartet, so bedeutsam, eine Geste, eine Gabe, ein einfacher Tanz und doch soviel mehr.



    Das Lächeln verblieb, die Seiten wurden auf einem Tischchen an der Seite platziert und das Augenmerk auf die kleinen Jungen auf dem Spielteppich gerichtet. Der kleine Schlawiner hatte sich schon wieder an der fein geschnitzten Holzschatulle seiner Mutter vergriffen.
    Wer konnte es dem dunkelhaarigen Knaben übel nehmen, Neugierde lag ihm eben im Blut und das Kästchen spielte ja so schön wenn man es öffnete. Als ´Draufgabe , Mama und Papa die sich mittig darin drehten. Nur eine Illusion, aber für ein Kind, unbezahlbar und höchst interessant. So wurde das Ganze auch mit entsprechenden Lauten vom Sohnemann quittiert, während Daniel sich lieber mit Lady Arcados Schaf vergnügte.


    Ein schöner Morgen,
    ein Start in den Tag,
    voller schöner Erinnerungen,
    angespornt weitere Dieser zu schaffen.

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    Re: Hinter dem schönen Schein

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