Hinter dem schönen Schein

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    Lady Adelaide
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    Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:33 pm

    Der geheimnisvolle Raum



    Helles, warmes Licht war es das, durch die großzügige Fensterfront, in den Raum brach. Die cremefarbenen Seidenschals, die die Fenster zierten, bestärkten den heimeligen Eindruck der einen in seinen Bann zog, so man einen Fuß in den, mit hellem Parkett ausgelegten, Raum setzte. Vielleicht war es auch dem kleinen Geheimnis geschuldet und daher der Eindruck eher subjektiv denn objektiv.

    Ein sachtes Lächeln, ehrlicher Natur, breitete sich auf den Lippen des Fräuleins aus, während das olivgrüne Augenpaar über die soeben arrangierten Möbel wanderte. Ganz unüblich, gegenüber den anderen Räumlichkeiten des Palais, war dieser Raum in sanften, warmen Tönen gehalten, was sich an der Dekoration, den Möbelstücken selbst und der Wandtapete widerspiegelte.
    Die zarten Finger, der Linken, strichen nachdenklich über die neuste Errungenschaft im Raum.Wie sollte man die Gedanken, die in ihrem Kopf kreisten, in Worte fassen? Noch länger aufschieben, keine Option, aber den rechten Moment abzupassen, mehr als schwierig.

    Ein Geheimnis das nicht mehr all zulange verborgen werden konnte.
    Streit hatte es heraufbeschworenen, Distanz zu Nahestehenden aufgebaut, wie es immer war, wenn man Dinge verschweigen musste. Etwas das Adelaide nur zu gut kannte. Auch wenn man gemeinhin sagt.


    “Man gewöhnt sich an alles.“

    An das würde sie sich niemals gewöhnen, wollte dies auch nicht. Nicht mehr lange, dann würde sich das kleine, gut gehütete Geheimnis offenbaren. Und erneut schlich sich ein Lächeln auf die Züge des edlen Fräuleins. Die Nachricht lag auf ihrem Platz, nur eine Frage der Zeit, bis, ein Nicken begleitete den Gedankengang.


    “Bald..., nein, heute.“


    Flüsterte sie in den Raum, straffte die Haltung, schritt zur Fensterfront und schloss, die Mittagssonne genießend, für einen kurzen Moment die Augen. Ein entschlossenes Nicken später,schritt sie langsam durch den Raum, hinaus auf den Flur, die Tür leise hinter sich schließend. Die linke flache Hand auf dem edlen Holz abgelegt, sandte sie noch ein Lächeln der verschlossenen Räumlichkeit entgegen ehe sie diese abschloss und den Schlüssel in der Robentasche verschwinden ließ.


    “Heute.“
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:35 pm

    Eine Kutschfahrt die ist lustig...



    Ein langer Tag fand allmählich sein Ende, beim Auftauchen der ersten Sonnenstrahlen bestiegen sie die Kutsche oder wahlweise die Pferde. Der blonde Sonnenschein wie auch die Sicherheitsleute hatten sich für die Reise per Ross entschieden und so verblieben nur der Lord und die junge Lady, um den Weg in der Kutsche anzugehen. Nunja, nicht ganz. Immerhin teilten sie sich das, durchaus bequem anmutende, Gefährt mit unzähligen Unterlagen, Mappen und Schriftrollen.
    Stille war etwas das die Fahrt beherrschte, überwiegend, nur selten wurden Worte gewechselt. Zu sehr schienen die beiden Insassen ihren Gedanken nachzuhängen, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren oder durchaus das ein oder andere Nickerchen abzuhalten.

    Das ständige Gerumpel und Geschaukel war nichts das dem Fräulein fremd gewesen wäre, doch immer wieder ertappte sie sich selbst dabei wie sie, durch das Kutschenfenster, sehnsüchtigst zu den Reitern blickte. Verstohlen wurde der Verlobte beobachtet, er hatte ja recht, es war weitaus bequemer die Strecke in der Kutsche zu bewältigen, der Weg war ihr ein Unbekannter, zu gefährlich als das sie dieses Risiko auch nur in Betracht ziehen sollte. Und doch, immer wieder neidvoll angehauchte Blick zu ihrer lebendigen Freundin, deren Haar im Reitwind wehte. Ein schwaches Lächeln breitete sich auf den Zügen der edlen Lady aus, Shanelle so gelöst zu sehen, versetzte auch ihrem Herz einen kleinen Freudensprung.

    Gedanken schweiften ab, zu Tagen die ruhiger waren, Tage bevor die Flamme in ihr zu lodern begann, sich stetig ausweitete, um irgendwann in einem gewaltigen Feuersturm zu gipfeln.
    Wenigen war bewusst was in ihr schlummerte, noch weniger Personen war es vergönnt einen Ausbruch dessen zu Gesicht zu bekommen.
    Gut gehütete Geheimnisse gehörten zu Adelaides Alltag, wie das täglich Brot auf den Tischen der hart arbeitenden Bürger Sturmwinds. Sie zu bewahren wurde auch mit der Zeit nicht leichter, im Gegenteil, je größer sie wurden, je höher sie aufstieg, um so schwieriger waren Jene zu bewahren.

    Für heute sollten sie in Thelsamar Halt machen, die Rösser wurden ausgetauscht, ein Mahl eingenommen und sich auf die Zimmer zurück gezogen. Nur zwei Personen der Reisegruppe zog es noch nicht in die Schlafstätte. Eine mit Gold leuchtendem Haupt, die Andere in nicht minder auffälligem dunklen Rot.
    Für Adelaide war es eine Wohltat ungestört mit ihrer Vertrauten Worte wechseln zu können. Shanelle war nur marginal älter als das edle Fräulein und so fanden sich auch am heutigen Abend recht rasch Themen um sich in kleiner Runde auszutauschen. Was der Einen an Erfahrung fehlte, konnte die Andere ausgleichen und umgekehrt, ein interessantes wenn auch für Außenstehende seltsam anmutendes Kollektiv. Es wurde getuschelt, gescherzt, bis weit nach dem mitternächtlichen Glockenschlag. Erst in den frühen Morgenstunden trennten sich ihre Wege und führten sie zu den wohlverdienten weichen Schlafstätten.

    Morgen früh, gleich wenn die Sonne sich wieder erhob würde es weiter gehen. Die Begleiter hoch zu Ross, das Fräulein in der Kutsche. Ob die Weiterfahrt ebenso ruhig verlaufen mochte? Ohne nennenswerte Zwischenfälle, ohne zu gewichtige Gespräche im inneren der Kutsche? Es würde sich zeigen, wie es das immer tat.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:36 pm

    Politische Karussellfahrt



    Die wärmende Abendsonne war gerade im Begriff zu sinken, als die beeindruckenden Mauern Hohenwachts ins Bild rückten. Eine lange Fahrt war es die sie auch heute wieder hinter sich gebracht hatten, ewiges Gerüttel und Geschaukel.Dazu die Erwartung die langsam aber stetig stieg, Gedanken die darum kreisten, was sie erwarten würde.
    War die Nachricht, im Vorfeld, auch angekommen? Rückmeldung erreichte sie Keine, aber wie auch, zu spontan war die Reise begangen worden. Wie würde man auf James Aufstieg reagieren, die Tatsache das er sich selbst ein Bild machen wollte und noch viel wichtiger, war an den Gerüchten die kursierten, auch nur ein Körnchen Wahrheit zu auszumachen.

    Ein Ruck der Adelaide aus ihren Gedankengängen riss, da hielt die Kutsche auch schon vor den Toren des van Haven Anwesens . Hohenwacht, sie waren da. Langsam ruckelte die Kutsche weiter durch das Tor, vor zum Innenhof, wo schon die Herrschaften des Hauses Aufstellung genommen hatten.
    Endlich wieder einen Fuß auf die Erde setzen, sich kurz strecken, aber sogleich auch Haltung bewahren, war man nun doch im Fokus der Anwesenden. Die innerliche Spannung stieg von Minute zu Minute, beinah greifbar, zumindest für das rothaarige Fräulein. Wusste sie doch nur zu gut was auf dem Spiel stand, wie brisant dieser Besuch sein konnte und doch, mit dem was folgte, hätte selbst sie nicht gerechnet.

    Nachdem die üblichen Höflichkeitsfloskeln abgewickelt waren, begab man sich ins Innere des Gemäuers, erneute Begrüßungen folgten ehe man Platz nahm.
    Eine unerwartet große Runde war es die sich einfand, unerwartet zumindest für das Fräulein.
    Adelaides Blicke schweiften gezwungen neutral über die einzelnen Herrschaften, aufrecht saß sie da, lauschte, versucht sich wie so oft daran Analysen über die Einzelnen anzustellen. Ein schwieriges Unterfangen, zu sehr waren die Bilder vom letzten Besuch noch präsent. Einzelne Anwesende, zwischen Rauch, Feuer, Tod der in der Luft lag, Verletzte und Gefallene wohin man blickte.

    Sich wieder auf die Gegenwart besinnend, konzentrierte sie sich für einen längeren Augenblick auf ihren Verlobten. Er wusste was er tat, er beging das Gespräch wohl überlegt, wählte seine Worte weise, was zur Folge hatte das sich wieder Ruhe in ihr breit machte. Einzelne Worte, mehr oder weniger offene Provokationen der Anwesenden, überging sie geflissentlich. Nicht die leichteste Übung, hier machte sich ihre eiserne Disziplin bezahlt, manche bohrten tief aber sie durfte keinesfalls, auch nur im Ansatz, auf eine dieser gezielten Stichelein eingehen. Zu wichtig war dieser Besuch, zu wenig wollte sie ihnen den Sieg gönnen sie getroffen zu haben, so blieb die neutrale Miene aufrecht. Wie es in ihr selbst aussah, das interessierte im Moment nicht, welche Zweifel sich in Bezug auf ihr nahestehende Personen auftaten, hatte Nachrang.

    Doch dann, als man dachte das Gröbste überstanden zu haben, sich scheinbar belanglosem Geplaudere zugewandt wurde, da platzten kleine politische Bomben. Solche die das Haus Ashford, dessen Ambitionen, wenn auch eher am Rande, durchaus betrafen. Informationen, die viel ändern konnten, wenn nicht sogar Alles.
    Ein Blick zu James verriet ihr das ihn dies ebenso wie aus dem Nichts erwischt hatte, er machte keinen Hehl daraus. Was ihr blieb, war einzig und allein zu versuchen ihn mit einem sanften, bittenden Blick zu beschwichtigen.

    Er brauchte seine Zeit um seine Gedanken zu sammeln, das wusste sie, wenn er mit ihr darüber sprechen wollte, würde er es zu einem von ihm gewählten Zeitpunkt tun. Sie hoffte darauf, aber dies war nun etwas das sie akzeptieren musste und es auch in der Zeit mit ihm gelernt hatte. Nicht das es dies für sie einfacher machte _ klar war _ er würde alles dafür tun das Haus Ashford hochzuhalten, so wie er es versprochen hatte. Eine Konstante, auf die Verlass war und ihr unendliche innere Ruhe und Frieden bescherte.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:37 pm

    Von Drachen und anderen Illusionen




    Auch der zweite Tag auf Hohenwacht verlief einigermaßen ruhig, bis zum Abend, eine Konstante wie es schien. Ruhe und Frieden des Tages über, auflodernde Gemüter gegen Abend hin.
    Es war wieder ein sehr langer Tag gewesen, weniger Gespräche in großer Runde, dafür mehrere Kleine unter vier oder sechs Augen. Einige gewichtig, andere wiederum sehr erheiternd. Eines musste man den Hochländern lassen, sie wussten ihre Gäste zu beschäftigen, so wohl mit ihrer eigenen Art von Humor, als auch durch tiefgehende Gespräche. Langweilig, wurde Einem hier nicht als Besucher.

    Im Großen und Ganzen war das Fräulein mit den Ergebnissen des Tages zufrieden. Natürlich war nicht alles so wie es schien, dargestellt wurde. Auch wenn man sie gerne mal für naiv halten mochte, dessen war sie sich nur zu gut bewusst.
    Ein sachtes, zufriedenes Lächeln bahnte sich seinen Weg auf ihre Züge, während sie die Flechten des langen Haares vor ihrer Frisierkommode löste. Gefährlich wurden nur Jene, die sich die Mühe machten, hinter die Maske zu blicken, dem schönen Schein zu widerstehen und zu forschen. Aber da dies höchst selten der Fall war, immerhin müsste man sich dafür abmühen. Oder war das scheinbar hinter einer Maske verborgene, Tiefsinnige nur der Schein und in Wahrheit wurde mit dem Vielleicht gespielt?

    Eine die auf jeden Fall spielte, hoch pokerte, war die Lady die böse Zungen gerne mal als Drachen bezeichneten. Aber war sie wirklich so schwer zu durchschauen wie man annahm, wie der Großteil vermutete, verriet sie ihre wahren Absichten nicht durch kleine versteckte Botschaften? Dies galt es zu ergründen und dem war die junge Lady nachgekommen. Für sich selbst, zeigten sich deutlich Antworten auf unbeantwortete Fragen. Für ihren Verlobten, der es wiedermal mehr als geschickt verstand seine Fragen zu formulieren, wohl ebenfalls zum großen Teil. Er hatte ein Talent das man nicht von der Hand weisen konnte, eine Gabe auf die sich nur die Wenigsten verstanden.

    Wieder beschlich sie ein Gefühl der Ruhe, rein, tief und sehr erholsam. James verstand es sie anzuleiten, hinzuführen zu dem, wo sie eines Tages ohne seine Hilfe Bestand haben musste.
    Ein langer Weg war es noch den es zu beschreiten galt, aber mit festem Willen und gebührendem Vertrauen sollte selbst Dieser nicht allzu viel von Adelaide abverlangen.
    Stille war über das Gemäuer im hohen Norden gekommen, kaum eine Menschenseele wanderte noch umher. Der Blick aus dem Fenster, des zur Verfügung gestellten Gemachs, verleitete den Tag Revue passieren zu lassen. Die Arme auf den Sims abgestützt schloss sie ihre Augen,sich auf das vorangegangene Gespräch besinnend, atmete sehr tief durch und lächelte. Ehrlich, warmherzig.

    “Nein, Sir Layll, es bedarf keiner Magie um Drachen erscheinen zu lassen, man muss sie nur genügend reizen.“

    Flüstert sie in amüsiertem Tonfall zu sich, ehe sie sich so leise wie möglich zu Bett begab, unter die Decke schlüpfte und für vermutlich längere Zeit, das letzte Mal die Augen im hohen Norden schloss.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:38 pm

    Jedes Stück, eine Geschichte



    Die letzten Kerzen waren soeben herunter gebrannt, das Gemach nun in Dunkelheit getaucht,eine beinah unheimlich anmutende Stille, die sich über das Palais gelegt hatte.
    Die Schritte des Fräuleins führten sie durch den Raum hindurch, weiter zum Ankleidezimmer, wo sie im Türrahmen verharrte. Im Schein der soeben hochgedrehten Öllampe, begab sich das olivgrüne Augenpaar auf Reisen. Ein Kleidungsstück nach dem anderen wurde betrachtet, ein Jedes hatte eine Geschichte, einen Anlass der einen bleibenden Eindruck hinterließ.

    Die Finger der Linken strichen über das samtene schwarze Kleid, etwas das sie früher täglich zu tragen pflegte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ließ sie die Gedanken an Jene Tage zurückkehren. Unbeschwert, geregelte Strukturen, durch und durch. Ganz, wie auch das Kleidungsstück vor ihr, streng, schlicht, makellos. Eine Sicherheit, die so rasch nicht zurückkehrte, ob sie jetzt gegeben war? Oder war die Sicherheit von Damals nur ein Trugbild? Aus einem Käfig heraus, sah es immer sicher aus.
    Den Kopf schüttelnd seufzte sie einmal tiefer, die linke Hand wanderte weiter, der kurz wehmütig anmutende Blick verblieb.Vorerst.

    Diesmal berührten die zarten Finger ein einfacheres Kleid, in einem Blauton gehalten, sehr schlicht und doch, ein Jeder der es erblickte wusste sofort um was es sich dabei handelte. Eine Uniform, die zu tragen sie einst mit tiefsten Stolz und Ehre erfüllte. Jetzt, nach alldem was inzwischen geschehen war, hatte sie nur noch ein abschätziges Lächeln dafür übrig. Mehr Schein als Sein, Uniform hin oder her, sie hielten sich nicht an ihre eigenen Worte. Warum etwas nachtrauern, dass mehr Enttäuschung barg als das es sie voran gebracht hätte.
    Erneut ein Kopfschütteln, von Wehmut war aber keine Spur mehr in ihrem Blick auszumachen.

    Das nächste Kleidungsstück, etwas das James nicht billigen würde. Ja der Gedanke entlockte ihr ein leichtes Schmunzeln. Eine schwarze Weste, gut arrangierte feuergleiche Bordüren, passende einfache Beinkleider. Er würde abfällig schnauben, dessen war sie sich nur zu bewusst. Und doch, auch dieses Stück hatte eine Vergangenheit. Ein gestohlener Kuss, Gefahr die damals im dunklen Wald allgegenwärtig der stetig Begleiter war. Sie wagte es nicht dieses Kleidungsstück zu berühren, die Finger nahe daran zucken sie zurück, die Erinnerung an jene Tage ließ ihr eine Gänsehaut über den Körper rasen. Fröstelnd legte sie die arme um sich, Dunkelheit, tiefes Vertrauen, Tod. Sie schluckte schwer ehe sie das Augenpaar zum nächsten Stück wandern ließ.

    Königsblau, Gold. Die Farben ihres Königs, ihrer Stadt. Etwas das sie auf Reisen trug, reisen die sie mit einem Herren, der in der Stunde der Not die schützende Hand reichte, anging. Ein Schlachtschauplatz nach dem Anderen, ein trostloser Bericht der sich an den Nächsten reihte. Geschichten, welche erzählt wurden, die niemals in Vergessenheit geraten würden. Und doch, etwas das sie wohl nie wieder tragen würde. Reisen die sie nie mehr angehen würde. Jetzt hatten andere Dinge diese Vorhaben verdrängt. Dinge, von denen sie niemals dachte das sie an Wichtigkeit für sie zunehmen würden.

    Streichend glitten die Finger zum nächsten Stück, eine ihrer liebsten Roben. Ein schlichtes Stück, gedämpfte Farben, praktisch und doch eindeutig etwas das eine einfache Bürgerin kaum tragen würde. Und erneut ein Schmunzeln das ihre Lippen erreichte. Ein Streitgespräch das ihr in den Sinn kam durchzuckte ihre Gedanken. Ein Blick, der alles veränderte. Der Wut in Stille verwandelte, der die geordneten Strukturen eines Herren ins Chaos stürzte und so gesehen, sie dahin brachte, wo sie nun waren. Eine Herausforderung, die in Beiden einen Punkt berührt hatte, das Feuer in ihr zum Lodern brachte, bis es vollständig in ihr brannte. Bei ihm, etwas das eine Erinnerung auslöste, eine die die aufgekochte Stimmung im Nu in etwas kaum in Worte zu fassendes verwandelte.

    Weiter ging die kleine Reise, der Erinnerungen, über eine feine Robe zur Nächsten. Ein Ball der nie vergessen werden würde, zeigte Jener doch genau auf, was ihr Verlobter zu verändern gedachte. Gespräche, politisch gewichtig, Plaudereien, es fand sich zu jedem Stück eine Geschichte. Manche erzählenswert, andere belanglos.

    Nur ein Stück, das wartete noch auf seinen Einsatz, seine Geschichte.
    Mittig thronte es auf einer Ankleidepuppe, unantastbar, noch so voller Unschuld und doch würde auch Dieses, am Tag des Einsatzes, ein großes Geheimnis verbergen. Dafür mussten die geschickten Hände von Mister Boil herhalten. Ein wirklich gewöhnungsbedürftiger Herr, Schneider, Künstler. Man durfte sich nicht wundern. Aber einer Sache war sich Adelaide bewusst, er würde es vollbringen, das Kunststück der Täuschung das sie ersonnen hatte.
    Mit einem zufriedenen Lächeln wandet sie sich wieder ihrem Schlafgemach zu und schloss die Tür zum Raum, der Geheimnis bergenden Kleidungsstücke.[/center]
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:41 pm

    Frühlingshafte Alpträume



    Seltsam still war es heute im Palais, kein Laut drang an das Ohr des hohen Fräuleins, nichts, totenstill.
    Äußerst merkwürdig mutete es an, immerhin wollte doch der personifizierte Frühling heute den guten Magus Arenem vorstellen. Hatte sie sich im Tag geirrt, war niemand im Haus zugegen? Aber selbst wenn, bei all den Vorbereitungen im Moment, glich das Palais eher einem Bienenstock als einem ruhigen Rückzugsort.
    Die Tür geöffnet setzte sie einen Fuß vor den Anderen, ein jeder Schritt hallte in ihrem Kopf als würde das Echo einer Höhle zurückschallen. Seltsam gedämpft drangen nun Laute an sie.
    Die Dienerschaft die zusammen stand und sich austauschte, die Worte seltsam verzerrt, dumpf, unverständlich. Aber das schien nur ihr selbst aufzufallen, lächelte man ihr doch zu, neigte das Haupt, knickste, alles wie immer, nur sehr verzögert, beinahe einer Zeitlupe gleich.

    Was war hier nur los, es schien auch eine gefühlte Ewigkeit anzudauern ehe sie die Doppelflügeltür des Salons erreichte. Den Kopf schüttelnd atmete sie tief durch ehe sie die Türklinke nach unten drückte um sie zu öffnen, einzutreten.
    Das Bild das sich ihr offenbarte, das was sie auch erwartet hatte. Ihr verlobter am Kopf der Tafel, wie so oft die Beine locker überschlagen, die Arme auf den Stuhllehnen angelegt, ein Glas Cognac in der Rechten. Shanelle, in unmittelbarer Nähe, ein leichtes Sommerkleid das den Sonnenstrahl optisch noch weit mehr zum Erstrahlen brachte, freundlichst lächelnd. An ihrer Seite der Magus, der Magus der sich schon vor Monaten in die ein oder andere Diskussion mit dem Fräulein verstrickt hatte, aber solange ihre Freundin strahlte, sollte auch Adelaide dies recht sein.

    Im Türrahmen verharren beobachtete sie das Dreiergespann eine Weile ehe sich die Herrschaften mit ihrem Blick zu ihr wandten. Sie sah das die Lippen sich bewegten, es drangen auch Worte hervor, doch wieder gedämpft, verzerrt.
    Himmel, hatte sie irgendwas Falsches zu sich genommen? Das Gehirn ratterte, Tee, ein wenig Gebäck, den Kopf schüttelnd richtete sie den Blick wieder auf die drei.

    Und da, da passierte es, in Zeitlupe, aber doch verständlich öffnete Shanelle ihren Mund um die Worte die sie Tage zuvor angedroht hatte an den Lord zu entrichten. Adelaide war der Satz nur noch allzu bewusst, der Anfang, der Mittelteil und das bittere Ende. Mit den zu vermutenden Auswirkungen!
    Da kam Bewegung in das Bild, ein rothaariges Fräulein das Anlauf nahm, weiter war noch alles in diesem seltsam langsamen Verlauf gepresst. Eine nichtsahnende Shanelle die den Satz gerade zu vollenden versuchte. Ein Magus der sich gerade in einem Starrwettbewerb mit dem Lord befand.
    Sukzessiv anmutend der Flug des angesetzten Sprunges der jungen Frau, gleich würden die folgenschweren Worte den Mund der Blondine verlassen, gleich würde die Rothaarige sie erreichen.
    Rechtzeitig?

    Ein gedämpfter Schrei, ein Aufprall, alles schwarz, Schwindel der sich breit machte und eine höchst verwirrte Adelaide die sich in ihrem Bett wiederfand, noch vor Aufgang der Sonne. Schweißgebadet, kühl, völlig außer Atem, als hätte sie gerade die Stadt im Lauftempo hinter sich gebracht. Sogar Medivh war aufgeschreckt und wachte nun am Kopfende des Bettes des Fräuleins. Alles nur ein Traum, Shanelle würde das nicht tun, das Essen war noch Tage entfernt, Zeit sich wieder zu beruhigen. Die Augen wieder zu schließen und die bitterbösen Schatten der Nacht zu verbannen.
    Zittrig kroch sie zurück unter die Decke, tief durchatmend, sich auf positive Dinge besinnend schloss sie die Lider um erneut in einen tiefen Schlaf zu tauchen.
    Traumlos?
    Das konnte sie nur hoffen.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:45 pm

    Weil es mir richtig erschien...


    Freiheit.
    War es Freiheit, die sie aufzugeben gedachte.
    Ein klares “Nein“ die Antwort darauf.
    Aber war es noch Freiheit, wenn man sich selbst etwas auferlegte, freiwillig, ohne Reue?
    Wo begann die Freiheit und wo nahm sie ihr Ende?
    “Offen und ehrlich, komme was wolle. Keine Spielchen mehr.“

    Die Erinnerung wog schwer. Worte die geäußert wurden, Welchen zugestimmt wurde, bedingungslos.Ein Versprechen, dass das Ende einer Freiheit bedeutete, aber eine völlig Neue eröffnete. Der Anfang eines weiten Weges, eines Weges der nun zu Teilen schon, gemeinsam beschritten, gemeistert wurde.

    Lächelnd, beinah bedächtig, strichen die Finger über das Kistchen vor sich. Welch wundervolle Arbeit, kaum mit Worten zu beschreiben.Ob die Freundin ahnte, welch immense Freude sie ihr damit bereitet hatte?
    Vermutlich nicht im Ansatz, die Bedeutung des Ganzen war nur zwei Personen vorbehalten. Der Inhalt, ein kleines Sammelsurium, das für Außenstehende völlig wertlos erschien, gar würde man den Kopf schütteln. Aber das war gleich, denn nur IHM war es vorbehalten, sie zu erblicken.
    Ob ER den Sinn erfassen würde, die Bedeutung gänzlich aufnehmen, ja, sie vielleicht sogar selbst als Solche empfinden würde?
    Oh, es war schwierig, beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, Dies vorherzusehen. Waren doch Beide, was dieses Gebiet anbelangte, von Anbeginn an, alles andere als versiert. Es entsprach nicht ihrer Art, dennoch wollte sie diese kleine Kiste damit bestücken, weil es ihr richtig erschien. Und erneut huschte ein Lächeln über ihre Lippen bei diesem Gedanken.

    “Weil es mir richtig erschien...“

    Auch diese Worte bestimmten diese Verbindung, einmal ausgesprochen besiegelten sie diesen Bund, ein weiteres Mal, veränderten sie Alles. Ein Moment, der sich in ihr Gedächtnis gebrannt hatte, der ihr immer wieder aufs Neue ein sachtes Lächeln auf die Lippen legte. Ein Moment der Alles relativierte, erträglicher machte und eine innere Ruhe in ihr auslöste, die sie dem Glauben anheim fallen ließ, alles zu überstehen, was auch kommen mochte.
    Den versiegelten Brief anhebend, fand auch er seinen Platz in der Kiste. Eingeschlagen in Seidenpapier, in eine Schachtel gebettet, wurde sie weitergereicht.

    “Samstag Morgen, nicht davor, versprich es mir, Harmond.“

    Der in die Jahre gekommene Majordomus neigte sein Haupt, lächelte die junge Lady mit wissendem Blick an, ehe er das besondere Paket an sich nahm.

    “Selbstverständlich, es ist mir eine Ehre, Milady.“
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:46 pm

    “Flitterwochen eines Bürokraten“


    “Hrm, eine Haarspange.“

    Die frisch verheiratete Lady, hob die goldene Spange an, die Rubine glänzten in der Morgensonne, während das kleine Kunstwerk in ihren Fingern gedreht wurde.
    Es war wahrlich eine gute Idee gewesen die Geschenke und die dazugehörigen Schreiben auf der Terrasse des Anwesens zu begutachten, um sie schlussendlich zu beantworten. Die Feder, auf der neuen Seite des neuen Verwaltungsbuches, aufsetzend wurde nun auch die Gabe von Lady von Vollstädt verzeichnet.
    >Goldene Haarspange mit Rubinen, passende Fibel für den Lord.<

    Das grünliche Augenpaar anhebend, legte sich ihr Blick auf den Gemahl zu ihrer Rechten. Entspannt wirkte er da in seinem Stuhl, den für ihn typischen Minztee vor sich, ein Buch in Händen, fern ab von jeder Hektik, ausschließlich Ruhe die ihn umgab. Still beobachtete sie ihn eine kleine Weile lang, seltene Momente wie diese, die musste man schätzen. Und das tat sie.
    Er hatte recht mit seinen Worten, Adelaide wusste die kleinen Dinge zu schätzen, die unscheinbaren, für Andere wertlos erscheinenden Dinge. Wie eben, das Augenpaar für diesen Moment auf ihren Gatten zu legen, ohne ein Wort zu sprechen.
    Dabei lächelte sie, selbst die Ruhe, die stille Zweisamkeit genießend. Sie, die Beide kaum in der Stadt, die Füße nicht still halten konnten um von einen Termin zum Nächsten zu hetzten. Ja genau die Beiden saßen hier entspannt, fern ab von Politik, Wirtschaft, oder sonstigen Zeitfressern.
    Wohl war sie sich bewusst, welche Mühe es ihm abverlangen musste, die Geschäfte ruhen zu lassen, umso höher rechnete sie ihm diese Tage, fern ab von Allem, nun an.

    Ja, natürlich, völliger Stillstand war auch bei ihnen kaum möglich. Saß die junge Lady Ashford doch gerade an den Dankesbriefen und so man genauer hinsah, das Buch das der entspannte Lord in Händen hielt, auch Eines das man dem wirtschaftlichen Sektor zu tun würde.
    Aber für ihre Verhältnisse, durchaus bemerkenswert.

    Froh war sie, das all der Trubel rund um die Feierlichkeiten nun vorbei war. Das alles, zumindest im Rahmen, so geklappt hatte wie sie sich das vorstellten. Das selbst die zänkischen Parteien sich an diesem Tag respektvoll, gar freundlich anmutend begegnet waren. Kein Streit, kein Blutvergießen, immerhin, es war durchaus damit zu rechnen, bei der Gästeliste...
    Lady Arcados Worte waren bedacht und gut gewählt, Miss Halmlinger hatte wieder mal kulinarische Wunder vollbracht, die Musiker die Feier beinah malerisch mit ihren Klängen unterstrichen, auch die in letzter Minute hinzugezogenen Söldner arbeiteten recht zufriedenstellend.
    Leider war es kaum möglich mit all ihren Gästen zu sprechen, leider blieben einige für die Rothaarige gewichtige Personen fern und doch, eine, die im Vorfeld ihr Kommen versagte, tauchte doch überraschend auf. Luzula. Wie bedeutsam das für die Braut war, an diesem für sich besonderen Tag, das vermochte die Hüterin kaum zu ermessen.




    Aber das Schönste, für sie Wichtigste an diesem Tag war etwas ganz Einfaches.
    Sein Lächeln.
    Selten zeigte er es, beinah nie in einer solchen Intensität.
    Das Lächeln des Lords, sein Blick dabei, nachdem sie ihre Gelübde gesprochen hatten. Ein Moment den sie auf ewig verinnerlicht hatte.

    Und so füllte sich die Liste, die Dankesschreiben stapelten sich und schon bald war es Zeit für das Mittagsmahl. Auch hier, fern ab von Allem, da blieb die Zeit nicht stehen.
    Aber Eines war sich die Lady gewiss, es war der perfekte Ort für Beide, ein Ort der Ruhe und des Friedens und so sollte es auch bleiben.
    Ihr neuer, gemeinsamer Rückzugsort.
    Die sommerliche Robe zurecht streichend erhob sie sich, schritt langsam, bedacht zu ihrem James heran, beugte sich hinab und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange, während die zarten Finger der Rechten, sachte durch seinen Nacken strichen.

    “Kommst du, Harmond hat uns schon aufgetan.“
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:48 pm

    Die kleinen Dinge des Lebens



    “Sei so gut und bring ihm bitte eine Kleinigkeit hoch. Sicherlich vergisst er wieder Pausen einzulegen, eigentlich sollte er sich ausruhen. Das Mädchen soll...“

    Da winkte die Rothaarige ab, weiter auf und ab laufend, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, wurde das kleine Arbeitszimmer der Lady, mit bedachten Schritten, durchquert. Nachdenklich die Miene, wer weiß was dem Rotschopf alles durch den Kopf huschen mochte. Da hielt sie auch schon im Lauf inne.

    “Nein, ich werde das wohl besser selbst überwachen. Ja, so machen wir das. Mhm, hol noch eine Flasche vom Phönix hoch, bitte. Ah und leite Marten an, meinen alten Damensattel, Aschenwind anzupassen. Ja ich denke das wäre vorerst alles.“

    Wieder nickte sie dem fleißigen Harmond zu, der einer Statue gleich neben der Tür verharrte und den Lauf der jungen Lady mit seinen Argusaugen verfolgte. Gelegentlich nickte er zu ihren Ausführungen, notiert wurde nichts, schien er das wohl nach all den Jahren im Dienste der von Levenbergs mit Leichtigkeit im Kopf zu behalten. Rasch entfernte er sich, den Wünschen der jungen Lady zu entsprechend, sie selbst, ja nun sie hielt es auch nicht in dem kleinen Büro.

    Gezielt führte sie ihr Weg in den Küchentrakt, um dort erst eine Menge an Anweisungen los zu lassen und im Anschluss doch selbst Hand an zu legen. Nichts was der Lord gut heißen würde, aber hatte sie nunmal klare Vorstellungen von dem, was man ihm auftun sollte.
    Irgendwie verstanden es die Bediensteten einfach nicht, so schwer war das doch gar nicht mit dem ausgewogenen perfekten Bissen. Ein wenig hier von, etwas mehr von diesem und ein ganz kleines Bisschen davon. Fertig war der kleine perfekte Happen. Dazu noch entsprechend zurechtgeschnitten, so das auch das Auge keiner Beleidigung unterlegen wäre.
    Kaum gefertigt, wurde auch schon Harmond herangezogen um es hochzubringen. Es gab strikte Anweisungen der Tage, nur Harmond war es gestattet die Frischvermählten zu stören, das Büro zu betreten, wehe dem der es wagte den Lord in seinem geheiligtem Rückzugsort, dem Arbeitszimmer, zu stören.

    Die junge Lady selbst, steuerte den Stall an, die Spaziergänge der Tage, taten ihr mehr als gut. Wollte sie doch sicher gehen das der Sattel auch ordnungsgemäß angepasst wurde, sich nochmal das edle Tier genauer besehen. Aschenwind, ein wahrlich herrschaftliches, edles Tier, hochgewachsen, wild, wunderschön anzusehen.


    Lange war es her.
    Wie mühevoll es war, damals vor einem Jahr, sich umzustellen. Jahrelang hatte sie den Damensattel herangezogen, erst die Blicke und Kommentare der Mitstudenten bewegten sie dazu den Herrensitz zu probieren. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen, entsann sie sich dem Moment, als sie in Eisenschmiede nach einem Damensattel für den Widder fragte.
    Kopfschüttelnd lehnte sie sich an das Gatter, die Arme vor der Brust verschränkt, betrachtete sie die Gabe des Gatten.
    Nun, besser gesagt den sichtbaren Teil davon, immerhin beinhaltete Diese doch soviel mehr.
    Sie hätte es nie von ihm verlangt, nicht mal erbeten, dessen war sie sich sicher.
    Das er es dennoch getan hatte, aus freien Stücken, gewann dadurch nur noch mehr an Bedeutung.
    Er hatte verstanden, er hatte wahrlich begriffen mit was man sie erfreuen konnte, was ihr wichtig war.
    Keine teuren Geschenke, kein Gold, keine Juwelen.
    Die kleinen Dinge, unausgesprochen, die er ihr erfüllte, Gesten, ein Lächeln, ein einfacher Blick.


    Ein Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit.
    Sich zu verstehen, ohne auch nur ein Wort auszusprechen.
    Angekommen zu sein.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:49 pm

    Die kleinen Dinge des Lebens



    “Sei so gut und bring ihm bitte eine Kleinigkeit hoch. Sicherlich vergisst er wieder Pausen einzulegen, eigentlich sollte er sich ausruhen. Das Mädchen soll...“

    Da winkte die Rothaarige ab, weiter auf und ab laufend, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, wurde das kleine Arbeitszimmer der Lady, mit bedachten Schritten, durchquert. Nachdenklich die Miene, wer weiß was dem Rotschopf alles durch den Kopf huschen mochte. Da hielt sie auch schon im Lauf inne.

    “Nein, ich werde das wohl besser selbst überwachen. Ja, so machen wir das. Mhm, hol noch eine Flasche vom Phönix hoch, bitte. Ah und leite Marten an, meinen alten Damensattel, Aschenwind anzupassen. Ja ich denke das wäre vorerst alles.“

    Wieder nickte sie dem fleißigen Harmond zu, der einer Statue gleich neben der Tür verharrte und den Lauf der jungen Lady mit seinen Argusaugen verfolgte. Gelegentlich nickte er zu ihren Ausführungen, notiert wurde nichts, schien er das wohl nach all den Jahren im Dienste der von Levenbergs mit Leichtigkeit im Kopf zu behalten. Rasch entfernte er sich, den Wünschen der jungen Lady zu entsprechend, sie selbst, ja nun sie hielt es auch nicht in dem kleinen Büro.

    Gezielt führte sie ihr Weg in den Küchentrakt, um dort erst eine Menge an Anweisungen los zu lassen und im Anschluss doch selbst Hand an zu legen. Nichts was der Lord gut heißen würde, aber hatte sie nunmal klare Vorstellungen von dem, was man ihm auftun sollte.
    Irgendwie verstanden es die Bediensteten einfach nicht, so schwer war das doch gar nicht mit dem ausgewogenen perfekten Bissen. Ein wenig hier von, etwas mehr von diesem und ein ganz kleines Bisschen davon. Fertig war der kleine perfekte Happen. Dazu noch entsprechend zurechtgeschnitten, so das auch das Auge keiner Beleidigung unterlegen wäre.
    Kaum gefertigt, wurde auch schon Harmond herangezogen um es hochzubringen. Es gab strikte Anweisungen der Tage, nur Harmond war es gestattet die Frischvermählten zu stören, das Büro zu betreten, wehe dem der es wagte den Lord in seinem geheiligtem Rückzugsort, dem Arbeitszimmer, zu stören.

    Die junge Lady selbst, steuerte den Stall an, die Spaziergänge der Tage, taten ihr mehr als gut. Wollte sie doch sicher gehen das der Sattel auch ordnungsgemäß angepasst wurde, sich nochmal das edle Tier genauer besehen. Aschenwind, ein wahrlich herrschaftliches, edles Tier, hochgewachsen, wild, wunderschön anzusehen.


    Lange war es her.
    Wie mühevoll es war, damals vor einem Jahr, sich umzustellen. Jahrelang hatte sie den Damensattel herangezogen, erst die Blicke und Kommentare der Mitstudenten bewegten sie dazu den Herrensitz zu probieren. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen, entsann sie sich dem Moment, als sie in Eisenschmiede nach einem Damensattel für den Widder fragte.
    Kopfschüttelnd lehnte sie sich an das Gatter, die Arme vor der Brust verschränkt, betrachtete sie die Gabe des Gatten.
    Nun, besser gesagt den sichtbaren Teil davon, immerhin beinhaltete Diese doch soviel mehr.
    Sie hätte es nie von ihm verlangt, nicht mal erbeten, dessen war sie sich sicher.
    Das er es dennoch getan hatte, aus freien Stücken, gewann dadurch nur noch mehr an Bedeutung.
    Er hatte verstanden, er hatte wahrlich begriffen mit was man sie erfreuen konnte, was ihr wichtig war.
    Keine teuren Geschenke, kein Gold, keine Juwelen.
    Die kleinen Dinge, unausgesprochen, die er ihr erfüllte, Gesten, ein Lächeln, ein einfacher Blick.


    Ein Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:50 pm

    Veränderung



    Ein gieriges nach Luft schnappen, kalter Schweiß auf der Stirn, Finger die nach Dingen tasten die nicht da sind.

    Dunkelheit, Frieden und Ruhe, 
    so beruhigend, 
    so sanft, 
    so trügerisch?

    Leer war es zu ihrer Seite, unberührt das Kissen, über das die zarten Finger strichen.
    Beinah erdrückende Stille die sich breit macht und den erhöhten Herzschlag der jungen Lady, für sie selbst, nahezu hörbar macht. Ein lautes Pochen in den Ohren, das sich nicht verflüchtigen wollte, während sie sich aufsetzte um die trockene Kehle mit etwas Wasser, von ihrem Nachttisch, zu befeuchten.

    Worte waren weit mächtigere Waffen als Schwerter, Dolche und die üblichen Vertreter die einem, bei diesem Wort, als erstes in den Sinn kamen.
    Worte, die uns so stark berührten, das sie uns noch in unseren Träumen verfolgten.
    Sorge war es der Tage, die sie immer bis spätnachts im Arbeitszimmer verweilen ließ, Sorge, die sich nach seinen Zeilen keineswegs in Luft auflöste. Nein, sie verstärkte sich, trieb sie an noch länger den täglichen Pflichten nachzukommen. Nur nicht nachdenken, bloß keine Ruhe finden, in denen sich Befürchtungen in den Vordergrund zu kämpfen versuchten.

    Vorsichtig erhob sie sich aus der viel zu groß wirkenden Schlafstätte. Die nackten Füße voreinander setzend wanderte sie um das Bett, die Finger dabei über die weichen Seidenverhänge streichen lassend. Das Muster der Bettpfosten nachfahrend, bewegte sie sich weiter auf die Seite die so ruhig und unberührt dort vor ihr lag. Sachte setzte sie sich, nahm den Brief vom Nachttisch und überflog ihn nochmals im schwachen Schein, der beinahe zur Gänze herunter gebrannten, Kerzen.
    Einst, da hatte er mit nur einem Wort aus seiner Hand, alles verändert. Umso auffälliger das es nun fehlte. Andere Dinge hatten Priorität, dennoch, das Fehlen gemahnte sie zur Vorsicht. Schürte etwas in ihr, das sie auszublenden versuchte und doch nicht vermochte.

    Es war an der Zeit etwas zu ändern, wieder das Feuer zu entfachen. Die Umstände mochten sich verändert haben, aber nicht Adelaide. Tief in ihr schlummerte weiter diese unbändige Kraft, der Wille voranzukommen, Veränderung herbei zu führen.
    Kein stillschweigendes Hinnehmen mehr, keine Bevormundung von Personen die sich noch nicht einmal ihren Respekt erarbeitet hatten.
    Eigentlich, gab es im Moment nur eine Person die ihren uneingeschränkten Respekt, ihr Vertrauen inne hatte. Aber gerade diese Person, war nicht hier. Zu gern hätte sie seinen Rat eingeholt, in mehr als einem Belangen.

    Der Mut gegen alles und jeden aufzubegehren, gegen alle Widrigkeiten die ihre Ruhepole bedrohten , war wieder präsent. Dem Wachrütteln der blondgelockten Freundin geschuldet, der Dunklen die sie nicht zum ersten Mal aus ihrem Schneckenhaus holte oder doch der fehlenden Führung zur Folge, die sie gemahnte selbst für sich einzustehen, sie seit Anbeginn bestärkte? Ja Änderung musste Einzug halten, Härte war es die sie damals an ihre Ziele führte, Härte würde es wieder sein die es erneut vermochte. Der gesunde Mittelweg, vielleicht, vielleicht aber auch einfach nur die Adelaide von früher. Die Zeit würde es zeigen.
    Es war an der Zeit, das der Phönix seine Schwingen ausbreitete.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:52 pm

    Die Geburtsstunde der Stiftung



    Wiedermal war es viel zu wenig Schlaf den die junge Lady abbekommen hatte. Nichts allzu Ungewöhnliches der Tage, weit nach Mitternacht ins Bett, weit vor dem Sonnenaufgang wieder auf den Beinen.
    Diesmal stand ein früher Termin auf dem Plan der geschäftigen Rothaarigen. Ein rasches in die Küche huschen später, fand sich eine dampfende Teetasse in Adelaides Händen. Dem skeptischen Blick der Hausdame zum Trotz, wurde das bräunlich gefärbte Wasser getrunken, bis auf den letzten Tropfen leerte die Lady dieses bittere Gemisch.

    >Ein anständiger Tee wäre weitaus besser für dich mein Kind, diese Pulver...Aber wenn es dir hilft.<

    Kam nur resignierend von der mütterlichen Vertrauten die ihr, seufzend im Vorübergehen, die Schulter tätschelte.
    Das kühle Augenmerk wanderte in die leere Tasse , gleich darauf ein entschuldigender Blick gen Mrs. Harmond und zur Bekräftigung ein gehauchter Kuss auf die Wange.

    >Sorge dich nicht immer, Elsa. Zumeist weiß ich was ich tue und jetzt...muss ich weiter. Vergiss bitte das Paket für den Lord nicht, ja?<

    Ohne auch nur die Antwort abzuwarten war das zarte Ding auch schon entschwunden, trotz aller Müdigkeit, ruhig zu sitzen vermochte sie nur in Ausnahmefällen. Getreu dem Motto >Wer rastet, der rostet.>
    So führten sie die morgendlichen Schritte, recht zielstrebig, in die Nähe des Verlieses.
    Das Verlies? Was macht denn eine junge Lady in aller Licht´s Frühe in der Nähe dieser Anlage?

    Nun, das stellte sich auch recht bald heraus, eine scharfe Linkskurve nehmend, kam die Rothaarige an einem Gebäude zu stehen, mit Blick auf das Verlies und den Park. Einmal herumgedreht wurde ein Schlüsselbund zu Tage befördert. Ein besonders großes Exemplar war es nachdem sie Ausschau hielt, kaum entdeckt machte sie sich daran die große sperrige Tür aufzuschließen.

    Die Luft die ihr entgegen schlug war nicht unbedingt die Beste, ein Lüften der Räumlichkeiten war wahrlich das Erste das angestrebt werden sollte. Während sie noch den grün geprägten Blick schweifen ließ, schlich sich ein guter Geist heran um ihr auf die Schulter zu tippen.
    Gar entlockte der ältere Herr der, in seiner feinsten Dienstuniform, neben ihr zu stehen kam ein Lächeln. In ruhigem freundlichen Ton richtete er seine Worte an die Lady.

    >Da haben wir ja Einiges vor uns, Kindchen.<

    Ein tiefes Nicken später traten sie Beide in die dunkle Stube um Jene zu erhellen und der Frischluft zugänglich zu machen.

    >So ist es Harmond, einige weitere helfende Hände könnten wahrlich nicht schaden.<

    Einen wahren Rohdiamanten hatte Luzula ihr da zur Miete offeriert, was daraus werden würde, würde die Zeit zeigen. Zu tun hatten sie jetzt erstmal genug. Der erste Schritt war getan, die Stiftung hatte ein zu Hause.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:53 pm


    Spielbälle und Kopfgelder



    Die geschwungene Signatur auf das Pergament gesetzt, pustete sie über die soeben verfassten Zeilen. Das Wachs der Kerze über die rechte Ecke tropfen lassend schweiften die Gedanken der jungen Lady ab.
    Sorgen, wiedereinmal, diesmal aber Welche die von anderer Seite herrührten.
    Wie oft hatte sie in den letzten Wochen, Monaten versucht diesen Konflikt auf irgendeine angenehme Art und Weise zu lösen. Zermürbend, stur waren sie Beide und wie.
    Aber es änderte nichts an der Situation, nicht an der wie sie war, nicht an der wie sie sein würde, so man nicht endlich zur Einsicht kam.

    Musste wirklich erst eine Fremde auf sie zutreten, offen, direkt. Die Art welche die Rothaarige seit je her am Meisten zu schätzen wusste. Sie war wirklich eine ungewöhnliche Erscheinung, tiefschwarzes Haar, die Haut dunkel wie die Jener die aus dem Süden stammten. Ein abgewetzter Mantel, Gehrock, Hosen. Gar entlockte ihr der Gedanke an die ungewöhnliche Lady ein ehrliches Lächeln, Eines das seit Tagen nicht zu erscheinen wagte. Freibeuterin, was musste das für ein Leben sein, voller Abenteuer, Gefahr, den Gezeiten ausgeliefert auf Gedeih und Verderb.

    Rasch schüttelte sie den Kopf und formte tonlos den Namen der Frau, die ihr schon Tage zuvor, vor dem Anwesen des Herren begegnet war, den die Zeilen nun eiligst erreichen sollten. Ob sie wahrlich etwas auszurichten vermochte, sie konnte es nicht mit Gewissheit beteuern, doch es unversucht zu lassen, das kam nicht in Frage. Trotz den gegebenen Versprechen ihm und ihr gegenüber, es durften nicht noch mehr Unschuldige zu diesem zweifelhaften Vergnügen genötigt werden.
    Es ging ihr nicht um die Freibeuterin, nicht um die hohe Lady oder den Starrkopf vor Ort. Ihr Ziel hatte sie klar vor Augen, auch den Zweck den sie damit verfolgte.

    Das Wachs auf dem Pergament, drückte die junge Lady das Stiftungssiegel in das tiefe Rot. Die Zeilen wurden nochmals überflogen ehe der Brief in einen Umschlag seinen Platz fand, auch Jener wurde mit dem Siegel der Stiftung geschmückt.
    Die Augen brannten, war der Tag doch recht lange, viele Besucher die ein und aus gingen. Wachen, Magier doch die Arbeit schien zu lohnen. Nicht mehr lange und die ersten Früchte würden sich zeigen. Wie höflich sie doch alle waren, lag es an der Stiftung, an ihrer Person, schwerlich zu beurteilen.

    Doch die Worte die sie jetzt und sicherlich auch noch sobald sie die Lider geschlossen hatte, beschäftigen würden waren ihre Eigenen. Jene, welche sie an den ungewöhnlichen, überraschenden Besucht, nahe ihrer Wirkungsstätte, dem Gebäude der Stiftung Phönixfedert, gerichtet hatte.  




    Im Grunde, sind wir alle Spielbälle, in den Händen von Jenen, die mehr Macht inne haben.





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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:55 pm

    Von Schiffen,Fehden und Lösungen



    Anstrengend war der Tag, nicht weil es viel zu tun gab, das war inzwischen zur Konstante geworden. Kopfarbeit, viel, viel Kopfarbeit.
    Das Palais war abgesichert, das Personal, bis auf die beiden Herren die das Eingangsportal bewachten, in die Quartiere verbannt. Die Stiftungsangelegenheiten, für heute zumindest, in vertrauensvollen Hände, die ihrer rechten Hand, übergeben.
    Alles war gut durchdacht, zumindest in dem Rahmen der planbar war.
    Aber war sie zufrieden mit dem Abend?

    Beide Besucher hatten das Kaminzimmer verlassen, die junge Lady saß mit nachdenklichem Blick vor dem anheimelnden Feuer. Bequem die Haltung, jetzt, da niemand sie sah konnte auch die Haltung vernachlässigt werden und so hatte sie äußerst bequem in dem großen Ohrensessel Platz gefunden. Still war es im Palais geworden, nur das Knistern des Feuers, dessen Flammen einen wilden Tanz vollführten, war noch zu vernehmen. Hatten sich doch bereits alle zur Ruhe begeben, es musste weit nach Mitternacht sein. Auf, ab, auf ab trommelten die zarten Finger der Rothaarigen auf den Armlehnen.
    Wieder hatte sie investiert, in Etwas, das nicht ihre Angelegenheit war. Erneut hatte sie die Thematik aufgerollt, obwohl sie sich selbst geschworen hatte die Finger davon zu lassen.

    Im Grunde, konnte sie zufrieden sein. Kein Blut wurde vergossen, unschöne Worte, nun die blieben nicht aus. Doch am Ende, da schien man eine Basis gefunden zu haben, eine Möglichkeit einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Neuland, für beide Seiten, ganz sicher. Unsicher der trügerische Frieden, dünn das Eis auf dem sie wandelten. Und noch weit ab von einer Lösung mit der sich beide Seiten zufrieden geben würden.
    Ein sachtes heben des rechten Mundwinkel erfolgte ob des Gedankens. Sie würden nie zufrieden sein, sie waren stur, stolz und hingen zu sehr der Vergangenheit nach. Aber die Hoffnung das die Vernunft obsiegte, die blieb bestehen. Noch. Die Zeit würde es zeigen.



    Zwei Besucher waren gekommen, nur Einer verließ das Palais wieder. Vorerst. Sie, sollte heute Nacht wohl ruhen, sie hatte nicht zur Gänze bekommen was sie ersehnte, aber er hatte versprochen, es vor beiden Frauen geschworen.
    Es blieb nur auf sein Wort zu vertrauen, es war ein erster Schritt des Entgegenkommens. Nun hingen es von Adelaides Hausgast ab. Sollte sie überzeugen können, so würde bald erneut ein Gespräch folgen. Ein weitaus Gewichtigeres. Eines, das alles verändern könnte, nach sovielen Jahren.


    "Licht steh uns bei..."

    Waren die leisen Worte die sie in die Flammen entrichtete, ehe sie sich erhob und den Weg zur Schlafstätte aufsuchte.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:56 pm

    Wenn der Dunkeleisen vergisst zu klopfen


    Wieder einmal neigte sich die Nacht zum Morgen. Die Sonne blinzelte über den Bergkuppen hervor, die Vögel zwitscherten bereits und noch immer fand die Lady keine Ruhe.
    Am Vorabend mutete das Stiftungsgebäude aber wieder einmal wie der reinste Taubenschlag an.
    Kaum schloss sich die Tür, klopfte es erneut.
    Neue Gesichter, alte Bekannte, Vertraute und völlig Fremde die sich Zugang zum Büro und zu Adelaide verschafften.

    Ruhe, das war das Letzte zu dem sie kommen wollte. Bloß keine Zeit sich Gedanken zu machen, Arbeit, noch mehr Arbeit, das war es das sie derzeit antrieb. Das sie nahezu am Ende ihrer Kräfte angelangt war, das behielt sie für sich. Haltung und Fassung bewahren, in jeder Lebenslage, auch in diesen für sie dunklen Zeiten.
    Und so saß sie selbst zum Morgengrauen noch auf der Fensterbank ihres Schlafgemaches, ein schwarzes Notizbüchlein in Händen, ein müder Blick der die Zeilen überflog.
    Worte die man einst an sie richtete, die sich als Lüge, tiefer Verrat herausstellten. Immer wieder und wieder gemahnte sie sich diese, vor dem zu Bett gehen, zu Gemüte zu führen. Auf das niemals wieder ein solcher Verrat ihr Herz erreichen würde.

    Sie konnte zufrieden sein, mit der Stiftung. Wieder zwei neue Plätze geschaffen um, das täglich Brot für, zwei Existenzen zu sichern. Täglich war das Büro mehr als gut frequentiert.
    Lange Gespräche, aufschlussreiche Worte die hier gewechselt wurden.
    Und Ruhe, das gab es wahrlich nicht der Tage.
    Am Tag zuvor sorgte ein Mord, unmittelbar vor dem Verlies, in der direkten Nachbarschaft für Aufsehen. Licht bewahre das bei der Einweihung der Stiftung alles glatt lief, noch war Zeit. Aber irgendwas war ständig.
    Sei es ein Mord, ein magischer Einbruch oder, wie gestern weit nach Mitternacht Dunkeleisen die sich Zutritt zum Haus verschafften.



    Blutverschmiert, Fleisch und Innereinreste an sich und schön über den Boden der hinteren Räumlichkeiten verteilt. Ein jeder Schritt ein Schmatzen ob der morbide anmutenden Verunreinigung. Aber es war auch gleich eine mehr als willkommene Bewährungsprobe für die neuen Mitarbeiter.
    Ein sachtes Schmunzeln tat sich auf als sie an Gesichter der Herren dachte. Alle in höchster Alarmbereitschaft, die Hände an den Waffen, schlichen sie in den hinteren Bereich. Man konnte es ihnen nicht verübeln, es war die letzten Tage wirklich Einiges vorgefallen, das Bild das sich ihnen dann bot, zum Totlachen.
    Zwei glühende Augenpaare, die wohl ebenso überrascht auf ihr Gegenüber gerichtet waren wie umgekehrt.

    Die Aufregung schwand so rasch wie sie aufgekommen war, die junge Lady wusste doch nur zu gut, zu wem die Stimmchen und die glühenden Blicke gehörten. Ein paar wenige Worte wurden gewechselt, die ungefähre Ursache der seltsam anmutenden Beschmutzung erläutert und sich verabschiedet. Gemeinsam verließen sie das Gebäude, beide Zwerge. Ein gutes Zeichen, Etwas, das nur leider auch die Hoffnung in der jungen Lady schürte.

    Müde erhob sie sich, die Finger strichen gedankenverloren über die noch leere Wiege, neben der Schlafstatt. Es war Zeit zu ruhen, wer weiß was der neu angebrochene Tag wieder für Überraschungen für sie bereit hielt.
    Vielleicht ja schon den mysteriösen Besuch, der täglich erwartet, erhofft wurde, von dem soviel abhing.


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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:57 pm

    Wenn das Schicksal an die Tür klopft


    Das reinste Desaster, eine Katastrophe oder doch nicht?
    Leichenblass lag sie da, unbeweglich. Der Leibarzt des Hauses neben ihr auf einem Stuhl, den Puls der hohen Lady fühlend. Nur wenige Augenblicke zuvor wurde sie auf die Schlafstatt gebettet, der beflissene Duran hatte die ohnmächtige Lady hochgebracht. Es war nur eine Frage der Zeit wann ihr Tun seinen Tribut fordern würde. Heute, war es soweit.
    Zu viel der Arbeit, zu viele Gedanken die sich immer und immer wieder aufstauten um dann heute zu gipfeln, zu explodieren. Sie nieder zu reißen. Zumindest würde sie heute Schlaf finden, zur Ruhe kommen, ob sie nun wollte oder nicht. Die Lider zittrig, der Puls mehr als schwach. Der Blick des Leibarztes mehr als unzufrieden.
    Das Licht auf ein Minimum dämpfend verließen die beiden Herren das Zimmer, schweigend. Die Mienen sprachen Bände. Ruhe, das was sie so sehr zu vermeiden suchte, das sie immer wieder durch Arbeit zunichte machte, hatte sie nun schlussendlich doch eingeholt.
    Sie hatte sich schlichtweg übernommen, auch wenn sie das niemals zugeben würde.



    Stunde um Stunde verging, die Lider öffneten sich als noch Dunkelheit den Raum beherrschte. Die einzig entzundene Kerze war herabgebrannt. Ein taubes Gefühl das ihren Leib durchflutete, ein schwerer Kopf, noch schwerer Glieder und doch, ging die Linke Automatisch zu ihrem größten Schatz. Sachte wurde die Hand auf der Wölbung abgelegt, ein kleines Stoßgebet gen Himmel gesandt und die besorgte Miene erst aufgelöst als Dieses erhört wurde. Durch einen sanften, zarten Tritt aus dem Inneren gegen die Handinnenfläche.
    Die Lider schlossen sich wieder, die Gedanken an den Vorabend zurück kehrend seufzte sie tief.

    Ehrlos, Verräterin. Wie tief diese Worte trafen, das hatte sie sich nicht anmerken lassen, geschluckt, obwohl die Erwiderung, die Erklärung so leicht gewesen wäre. Aber manchmal, darf man nicht handeln, man muss abwarten. Im Sinne des großen Ganzen. Die Zeit würde kommen wo sie sich äußern konnte, wenn alles gut ging schon nach morgen Abend. Zu wichtig war es, als das sie ihren eigenen Befindlichkeiten nachgeben durfte.
    Der, der wahrlich zuhört, beobachtet, der hinterfragt, der würde auch jetzt schon die Wahrheit sehen.
    Doch Menschen sind stur, vorbelastet, sehen was sie sehen wollen. Blinde Wut, Zorn, tiefe Verletzungen waren es die sie dazu antrieben eben kein Vertrauen zu hegen.


    "Stark bleiben, durchhalten, nicht jetzt kurz vor dem Ziel aufgeben."

    Gemahnte sie sich im Stillen. Es würden sich Wege auftun, Pfade eröffnen und sie war sich mehr als gewiss im Sinne des Lichtes zu handelte. Sollten sie sie schmähen, verunglimpfen. Sie stünde weiter zu ihrem Wort, wie eh und je.

    Komme was da wolle, allen Widrigkeiten zum Trotz.
    Für die Gerechtigkeit.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 12:58 pm

    WAHRES VERTRAUEN


    Vertrauen, das Wort war das Erste das ihr in den Sinn kam, als sie die Zeilen in Händen hielt und die Unterschrift darunter erspähte. Wehmütig, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
    Er lebte, das war das Wichtigste im Moment.
    Leicht hatten sie es den Zeilen nach nicht und trotz allem, hatten sie etwas so tief beruhigendes für die junge Lady. Seit Wochen fiel das erstemal die Maske, der eisern auferhaltene Schein war mit einem Schlag weg. Ein simpler Brief, von weit her vermochte dies, was nur allzu deutlich aufzeigte welchen Stellenwert der Schreiber für sie hatte.
    Nie hatte er sie belogen, immer hatte er eine Antwort parat. Gut oder schlecht, er enthielt sie ihr niemals. Und gerade das hatte den Herren derart in ihrer Achtung steigen lassen.


    "Ich wünschte, Ihr wärt hier, jetzt...vor Wochen, soviele falsche Entscheidungen..."

    Murmelte sie leise, während ihr Augenpaar zum gefühlten zwanzigsten Mal, Zeile für Zeile entlang wanderte. Er war soweit weg und doch, er hatte es in einem einzigen Satz erneut geschafft, alles, wirklich alles genau auf einen Punkt zu bringen.


    Der Schein trügt nur,
    wenn man sich weigert genau hinzusehen.
    .

    Die  linke Hand wanderte hoch, die Nasenwurzel massierend, wie nur allzu oft die Tage. Kopfschüttelnd wanderte sie im Büro auf und ab, bei jedem ihrer Schritte raschelten die Unterröcke mit. Wenn sie nicht bald aufhörte...dann würde sie noch ein Loch in den Boden laufen. Zudem, nicht auszudenken wenn Duncan sie so aufgelöst im Büro vorfand, er würde Fragen stellen. Fragen die sie nicht zu beantworten vermochte, nocht nicht. Vielleicht nie.



    Aber hätte es wirklich etwas geändert, wenn er hier gewesen wäre? Wenn sie ihn um Rat gebeten hätte? Vielleicht...
    Jetzt, im Nachhinein, konnte man es nicht mehr ändern. Sie musste lernen zu schwimmen oder sie würde in der Enttäuschung ertrinken. Sie hatte ihren Käfig selbst erwählt, nun war es an ihr sich aus diesem zu befreien. Ein langer Weg, ein schwerer Weg, zweifelsfrei.
    Aber sie war niemand der einfach aufgab, niemals. Komme was wolle.

    Ein sachtes Lächeln tat sich auf ihren Lippen auf, Erinnerungen vergangener Tage tauchten vor ihrem geistigen Auge auf. Sie hatte viel von ihm gelernt, von Felomin und auch die Erzelfe hatte ihre Finger im Spiel. Sie hatten sie alle geprägt, bewusst oder unbewusst. Aufgeben, war keine Option.
    Nicht jetzt...

    "Lady Ashford, der nächste Termin wäre eingetroffen."

    Ertönte nach einem sachten Klopfen, das sie aus ihren Gedanken riss, von ihrer treuen rechten Hand. Ein Nicken erfolgte Ihrerseits.


    "Ich lasse bitten."

    War die knappe Antwort. Der Brief verschwand in der, immerzu abgesperrten, linken obersten Schreibtischschublade. Die üblich neutrale Maske aufgesetzt, ließ sie sich im Stuhl nieder,in der üblich aufrechten Haltung,  den Blick zur Tür gerichtet. Der letzte Gedanke bei Sir Jon, einem der Wenigen, der ihr Vertrauen wahrlich verdient hatte.


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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:01 pm

    Vielleicht...

    Arbeit die einem über den Kopf zu wachsen drohte, angetrunkene Personen, die einst den vollsten Respekt inne hatten. Sich balgende Männer die sich gegenseitig ins Ärztehaus beförderten, neue Freunde, alte Vertraute und Kälte die sich langsam nicht nur klimatisch bemerkbar machte.

    Tief seufzend richtete die Lady ihren Blick aus dem Fenster, hoch zum Magierturm. Die linke Hand auf der stetig wachsenden Mahnung abgelegt, die Rechte kraulend hinter Liams Ohren, was Jener freudig sabbernd in Kauf nahm.
    Wenige Augenblicke zuvor hatte der Bote die, kleine versteckte, Wohnung im grünen Viertel verlassen. Wann ihn der Brief wohl erreichen mochte, diese Entfernung, die Widrigkeiten welche die Nachricht durchlaufen musste bis sie ihr Ziel erreichte. Nicht abschätzbar. So würde jede Nachricht verspätet eingehen, ungewiss ob der Empfänger noch...
    Nein, den Kopf energisch schüttelnd, dieser Gedanke durfte nicht zu Ende gedacht werden.
    Zu abergläubisch war die Lady als das sie es wagen würde.
    Das hinterlegte Pfand darin, sie konnte nur hoffen das es eines Tages seinen Weg zurück finden würde, aber wie hieß es so schön..."Die Hoffnung stirbt zuletzt".

    Was würde der Tag heute nur wieder mit sich bringen? Der Vorangegangene war gespickt von dem was sie eigentlich am Meisten verabscheute. Geheimnisse.
    Aber es war nun mal so wie sie immer zu sagen pflegte...die Zeit hatte es sie gelehrt, sie tief geprägt, einer der unumstößlichen Grundsätze der jungen Frau.


    "Manche Dinge bleiben besser unausgesprochen, tief in uns verschlossen.
    Irgendwann mag der Tag kommen, da ist es an der Zeit sie zu offenbaren."


    Aber im Moment, war dies nicht gegeben.
    Wer wusste schon ob dies je der Fall sein sollte.
    Da war es wieder, dieses verdammte" Vielleicht".
    Die ewigliche Konstante in Adelaides Leben, die, die niemals weichen wollte.

    Sich vom Fenster abwendend streichelte sie noch ein letztes Mal über Liams Kopf, raffte die Röcke und bewegte sich zur Treppe um die Wohnung zu verlassen. Auf in den neuen Tag, an den Schreibtisch. Schritt um Schritt kam sie dem Gebäude näher und doch, bei jedem Aufsetzen der Füße nur ein einziges Wort das ihre Gedanken beherrscht, wie schon früher so oft.


    "Vielleicht..."
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:01 pm

    Vielleicht...

    Arbeit die einem über den Kopf zu wachsen drohte, angetrunkene Personen, die einst den vollsten Respekt inne hatten. Sich balgende Männer die sich gegenseitig ins Ärztehaus beförderten, neue Freunde, alte Vertraute und Kälte die sich langsam nicht nur klimatisch bemerkbar machte.

    Tief seufzend richtete die Lady ihren Blick aus dem Fenster, hoch zum Magierturm. Die linke Hand auf der stetig wachsenden Mahnung abgelegt, die Rechte kraulend hinter Liams Ohren, was Jener freudig sabbernd in Kauf nahm.
    Wenige Augenblicke zuvor hatte der Bote die, kleine versteckte, Wohnung im grünen Viertel verlassen. Wann ihn der Brief wohl erreichen mochte, diese Entfernung, die Widrigkeiten welche die Nachricht durchlaufen musste bis sie ihr Ziel erreichte. Nicht abschätzbar. So würde jede Nachricht verspätet eingehen, ungewiss ob der Empfänger noch...
    Nein, den Kopf energisch schüttelnd, dieser Gedanke durfte nicht zu Ende gedacht werden.
    Zu abergläubisch war die Lady als das sie es wagen würde.
    Das hinterlegte Pfand darin, sie konnte nur hoffen das es eines Tages seinen Weg zurück finden würde, aber wie hieß es so schön..."Die Hoffnung stirbt zuletzt".

    Was würde der Tag heute nur wieder mit sich bringen? Der Vorangegangene war gespickt von dem was sie eigentlich am Meisten verabscheute. Geheimnisse.
    Aber es war nun mal so wie sie immer zu sagen pflegte...die Zeit hatte es sie gelehrt, sie tief geprägt, einer der unumstößlichen Grundsätze der jungen Frau.


    "Manche Dinge bleiben besser unausgesprochen, tief in uns verschlossen.
    Irgendwann mag der Tag kommen, da ist es an der Zeit sie zu offenbaren."


    Aber im Moment, war dies nicht gegeben.
    Wer wusste schon ob dies je der Fall sein sollte.
    Da war es wieder, dieses verdammte" Vielleicht".
    Die ewigliche Konstante in Adelaides Leben, die, die niemals weichen wollte.

    Sich vom Fenster abwendend streichelte sie noch ein letztes Mal über Liams Kopf, raffte die Röcke und bewegte sich zur Treppe um die Wohnung zu verlassen. Auf in den neuen Tag, an den Schreibtisch. Schritt um Schritt kam sie dem Gebäude näher und doch, bei jedem Aufsetzen der Füße nur ein einziges Wort das ihre Gedanken beherrscht, wie schon früher so oft.


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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:02 pm



    Verrat, Betrug, Lügen.

    Dafür stand das, was eigentlich etwas ganz Anderes sein sollte.
    Ein Ende musste herbeigebracht werden, wie, war egal, so konnte es nicht weitergehen.
    Der Fehler war auszumerzen, um das zu tun, was sie eigentlich hätte tun sollen.
    Die Nachricht ward entsandt, das Gespräch stand an und mit etwas Glück würde sich alles zum Positiven wenden.

    Vertrauen zu fassen stellte sich der Tage als große Herausforderung dar.
    Lug und Trug wohin man blickte, selbst scheinbar vertrauensvolle Personen, enttäuschten immer wieder aufs Neue. Kaum Einer bildete dahingehend eine Ausnahme.
    Falsche Namen, verschwiegene Geschichten die wiederum zu neuen Problemen führten. Geheimnisse die es zu lüften galt und Gespräche die keinen Aufschub mehr duldeten.
    Was genau zwischen ihrem Helden und dem alten Mann vorgefallen war, das wusste sie nicht. Es galt auch hier der übliche Leitsatz.


    "So sie es mir anvertrauen wollen, werden sie es auch tun."

    Es blieb also nichts anderes übrig als abzuwarten. Geduld, diese böse unüberwindbare Grenze die sich immer wieder auftat.
    Aber es half nichts.
    Grübelnd glitt ihr Blick erneut durch das Fenster zum Magierturm hoch. Tage war es nun her, Tage des Schweigens, des aus dem Weg Gehens. Der Alte fand doch immer wieder eine Gelegenheit nicht im Büro aufzutauchen, ihr nicht vor die Augen zu treten. Zufall? Daran glaubte der Rotschopf längst nicht mehr.
    Die Nachricht an ihn sollte bald Aufschluss geben. Er konnte ja schlecht ihrer Aufforderung nicht nachkommen. Was auch immer vorgefallen war, es war so gravierend gewesen das es aus Wut zugefügte Wunden nach sich zog. Wie tief sie wahrlich waren, die, die man nicht sah, das war nicht auszumachen. Und erneut wanderten die Gedanken an den Abend zurück.



    Eine Tür, ein lauter Knall und ein davonstürmender Gilneer. Ein übellauniger Duncan der zurück bleibt und kein Wort an die Kuratorin entrichtet. Stille, bedrückend, Eine die einem den Magen zusammenkrampft, die Kehle abschnürt. Sie musste hinaus, Luft, viel mehr Luft musste her.
    Doch es kam noch weit schlimmer.
    Dunkle Räume sind es die vor ihrem geistigen Auge auftauchen, Geräusche die nichts Gutes verheißen. Blut, Glassplitter und weiter diese Geräusche der sich freisetzenden Wut.
    Das Gefühl von Hilflosigkeit das sich langsam ausbreitet um einem erneut die Luft abzuschneiden.
    Ein Anblick der einem das Herz zuschnürt, Leid das so greifbar erscheint und doch so fern von allem ist das es die Hilflosigkeit nur noch mehr befeuert.

    Vertrauen, das sich vorwagte, versuchte das Leid zu mildern. Leise Worte, eine Berührung und die Explosion der Wut verebbte augenblicklich. Ja, das war Vertrauen, zu wissen, zu spüren zu fühlen das jemand da ist. Still, ohne Fragen zu stellen, ohne Antworten zu erwarten.
    Jemand der akzeptierte, bedingungslos, komme was wolle.
    Nur ein Moment, aber einer der soviel mehr aufwog als alle Worte der Welt.
    Wahres Vertrauen bedarf keiner Worte, Gesten, Blicke.


    Ein Moment, fernab von Lügen, Betrug,
    ein Moment der all das Leid um sie herum ausmerzte,
    der es wert war weiterzumachen.

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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:07 pm



    "Alles, was Wertschätzung verdient,
    hat seinen Ursprung im Herzen,
    nicht im Kopf."

    Alles was uns lieb und teuer ist hat Wert, nicht für Andere, aber für uns selbst.
    Sie mögen es belächeln, die Augen verdrehen, es nicht vollends begreifen. Aber das ist auch nicht wichtig.

    Welch enorme Freude, welch Herzenswunsch die Gnomin der jungen Lady, mit ihrer Leihgabe, bereitet hatte das vermochte sie womöglich nicht einmal im Ansatz erahnen.
    Sachte, beinah ehrfürchtig anmutend strichen die zarten Finger der Rothaarigen über den Einband des Buches vor ihr. Tief schwarzer Samteinband, silbrige Eisenbeschläge und Seiten die für etwas weniger obsessive Personen wohl einfach nur modrig dufteten.

    Etwas das ER einmal berührt hatte, das ER gesehen und selbst verfasst hatte um es dann schlussendlich mit einem Zauber zu belegen. Narren, allesamt, es war zu erwarten das ER nicht einfach eine solche Schrift verfasste, ohne sie entsprechend zu schützen.Alt, verbraucht, abgegriffen, aber für sie mitunter das Schönste das man ihr vorlegen konnte.


    Eine Abschrift musste her, vom Offensichtlichen wie auch vom Verborgenen.
    Zauber oder nicht war hier die Frage. Es war ein sehr dickes Buch, das würde anstrengend werden, Anstrengung die sie der Tage eigentlich zurückschrauben sollte. Als ob sie auf Doktor Steinberg hören würde, nicht in einem dermaßen außergewöhnlichen Fall. Wie oft kam man schon in dne Genuss und an die Gelegenheit etwas von IHM in Händen zu halten?

    Tage würde es in Anspruch nehmen, wenn nicht sogar Wochen. Denn die alltäglichen Pflichten, die durften vor einem so gewichtigen Ereignis, wie der ersten Großveranstaltung der Stiftung , nicht vernachlässigt werden.
    Sie hatte Glück, dessen war sie sich bewusst.


    Conrad, trotz all seiner kleinen Eigenheiten, entpuppte sich als gute rechte Hand. Trotz allem, der ein oder andere kleine Feinschliff fehlte noch.
    Auch Alexander wuchs von Tag zu Tag mehr in seine neue Rolle, ein Mann mit großen Ambitionen, sie hoffte dies ginge gut aus. Der Letzte dieser Art, brachte ihr nur Unheil, Leid und Verdruss.
    Nayree, die junge Cousine, hatte noch zuviele Flausen im Kopf, aber sie würde sich mit der Zeit schon in ihre Rolle fügen. Rechte und Pflichten. Der Adelsstand mag zwar für jeden Bürgerlichen verlockend klingen, doch die Pflichten vergaßen sie alle nur zu gerne.
    Jester und Levy waren die typischen jungen Schwerenöter, aber im Grunde harmlos, solange Levy´s Schwester sich nicht in der Nähe aufhielt.
    Quentin, stellte sich als äußerst zuverlässig heraus, in mehr Belangen wie einfachen Botendiensten oder dem Servieren ihrer geliebten Honigmilch.

    "Honigmilch, Früher war das Kaffee...bevor das Mahnmal meiner Ehe dies zunichte machte." stellte sie mit einem Seufzen fest, während die Gedanken weiter um ihre Mitarbeiter kreisten.

    Miss Ruby war interessant, vielseitig und doch steckte Potential in der jungen Frau, ob sie das selbst wohl je herausfinden würde blieb zu bezweifeln.
    Sir Taubenfeld, nun der war noch recht undeutbar. Ein Ritter, ein Mann der zu lehren wünschte, abwarten hieß es in seinem Fall.
    Im Großen und Ganzen, konnte die Kuratorin wirklich zufrieden sein. Viele unzählige helfende Hände unterstützten die Projekte der Stiftung. Woche um Woche mehrte sich die Zahl der Spender.

    Bald, eher als ihr lieb war, musste sie sich auch voll auf Jene verlassen.Sie würde kürzer treten müssen, zumindest anfangs, die Zeit würde es zeigen.



    "Vertrauen finden
    Werte hochhalten
    Ehre bewahren"



    Zuletzt von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:08 pm



    Die erhoffte Antwort hatte endlich Einzug ins Stiftungsgebäude gefunden, oder viel eher, auf Lady Adelaides Schreibtisch. Bei all den Vorbereitungen die gerade im Vorder- und Hintergrund abliefen, geriet diese offene Frage nie in Vergessenheit.
    Nun, war sie beantwortet.

    Sie war wahrlich eine Person die es verstand  Aufsehen zu erregen. Gerüchte gab es genug um sie, was wahr war oder nur dem Neid geschuldet, das konnte man getrost der Phantasie der Leute überlassen. Eines war gewiss, ihr Auftauchen würde für Wirbel sorgen.
    Ein leichtes Schmunzeln huschte über die Lippen der jungen Lady. Die zarten Finger der Linken hielten den Brief hoch. Die rechten Gegenstücke trommelten, in einem bestimmten Rhythmus, auf dem feinen Holz des Sekretärs ihres Gemaches.
    Einige Momente hielten sie die Worte der Nachricht gefangen, langsam legte sie den Brief in die linke Schublade und zog ein unbeschriebenes Blatt hervor an dem sogleich die Feder angesetzt wurde. Eine Bitte wollte formuliert und entsandt werden. Je eher desto besser.
    Die Schirmherrschaft war nun gewiss, alles Weitere würde sich noch zeigen.

    Erinnerungen schlichen sich in die Gedanken des erlauchten Rotschopfes.
    Anfang des Jahres hatte es sich zugetragen, noch bitterkalt war es, die erwählten Roben auf keinen Fall dem klimatischen Jahresspiel angemessen.
    Bekannte und unbekannte Gesichter verborgen, zum Teil zumindest.
    Ein Auftritt von IHR.
    Der Lichtgestalt des Abends, der Lichtgestalt einer beinah jeden Festivität der sie die Ehre gab.
    Doch an diesem Abend, schwebte sie beinah herab, zog alles und jeden in ihren Bann.

    Wenn es nur im Ansatz dem nahe kam,
    im Rahmen des Balles...
    ...ein Glanzpunkt des Abends...
    ...eine wahre Lichtgestalt.
     

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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:10 pm

    Von magischem Trickbetrug und dem hohen Rat


    Turbulent war der Abend mal wieder, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Die ersten Sonnenstrahlen stahlen sich bereits ihren Weg durch die stillen Gassen, des kulturellen Schmelztiegels Sturmwind. Vögel zwitscherten und einsame Blätter wehten über den nun leeren Vorplatz des Stiftungsgebäudes. Die Wachen seiner Majestät vollzogen soeben ihren Dienstwechsel , am nahegelegenen Verlies, die freundlichen Bäckersleute aus der Nachbarschaft wuselten frohen Mutes dem neuen Tag entgegen.
    Müde war die Kuratorin, was man ihr deutlichst anmerkte. Doch nicht ihren Umständen geschuldet, dem enormen Andrang in den Abendstunden, eher war es den seltsamen sich häufenden Vorfällen anzulasten.
    Innerhalb kürzester Zeit soviel Veränderungen.
    Tief durchatmend schloss die Lady, zum Fünften morgendlichen Glockenschlag, die Türen der Stiftung. Die Brauen wanderten zusammen, wie so oft wenn sie zu grübeln pflegte doch mehr als ein weiteres seufzen war ihr nicht zu entlocken. Und so strebte sie in Begleitung ihrer Wachen den stillen Heimweg zum Palais an.
    Erst am Vorabend hatten sie davon erfahren. Magischer Trickbetrug. Wie schändlich!
    Und das auch noch alles im Namen der Stiftung Phönixfeder. Dem musste Einhalt geboten werden, die Stiftung war noch jung , solche Dinge konnten unüberwindbare Hürden darstellen. Dessen war sich auch der zuvor zusammengekommene Stiftungsrat einig. Das diese Sache sich allerdings derart rasch erledigte, damit hatte sie selbst am Wenigsten gerechnet.
    Was ein simples vorgeschobenes Verlangen, zur vorgerückten Stunde, doch für Ergebnisse zu Tage fördern wusste.
    Losgeschickt um etwas Milch zu besorgen, ging den fleißigen Helfern doch tatsächlich die Übeltäterin in die Fänge. Doch das Ausmaß, die Wurzel allen Übels hatte ihren Ursprung an einem Ort,den man so nicht vermutet hätte.

    Aber es gab auch Lichtblicke, Herren Eisfeld. Den jungen engagierten Mann der sich mit Müh und Fleiß um ein Stipendium der Stiftung, zur Erfüllung seines Kindheitstraumes, bewarb. Und, auch durch seine ehrliche, offene Art erlangte. Einstimmig hatte der Rat beschieden und ihm somit einen Platz an der königlichen Akademie der Arkanen Künste und Wissenschaften zu Sturmwind gesichert.
    Ein Weg der geebnet wurde, eine Zukunft für einen jungen Mann von Format.
    Das war es das sie antrieb, jeden Tag aufs Neue, alles in ihrer Macht stehende in Bewegung zu setzen. Sie war jung, zweifelsfrei, sie war unerfahren, auch darüber musste man keine Spekulationen anstellen. Aber sie wusste sich zu helfen, um anderen zu helfen.
    Auf ihren Rat war Verlass, auf alle Fünf.
    Und so galten ihre letzten Gedanken, bevor sie sich zu Bett begab, ihrem Stiftungsrat. Der klugen und bedachten Person in Gestalt von Hüterin Luzula Schwarzgrund. Der ruhigen und besonnen Lady Astaria Arcados. Dem rationalen und volksnahen Doktor Adain Steinberg. Den akkuraten und ausgeglichenen Lord Gedeon Barrisson wie Sir Vadric von Löwenstein, einem Herren voller Ehre und Tugend.
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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:11 pm



    Erwacht aus einem Alptraum, alles Schlimme, Belastende hinter einem.
    Fort, weit fort, für immer.
    Die Zukunft, zu schön um wahr zu sein und doch lag der Weg nun klar vor ihr.
    Immer greifbar und doch so fern, doch jetzt, jetzt war sie angekommen.

    Ein sanftes Lächeln das sich bei dem Gedanken auf ihre Lippen legt, ein Glanz in den sich öffnenden Augen der seines Gleichen sucht.
    Ein Bild, das sich für immer, unauslöschlich in ihre Gedanken brennt.
    Etwas das es vermag sie innerhalb weniger Herzschläge in eine tiefe unverrückbare Ruhe zu versetzen. Das, was ihr auf dieser Welt mehr bedeutet als ihr eigenes Leben, für das sie alles geben würde.



    Die linke Hand anhebend, vorsichtig, zaghaft nähert diese sich dem Bildnis, so als hätte sie Angst eine hastige Bewegung würde das alles auslöschen, es wie eine Seifenblase zerplatzen lassen. Den Atem anhaltend berühren die zarten Finger die Decke, streichen hoch, höher, bis zum flaumartigen schwarzen Schopf . Kaum merklich hebt und senkt sich das winzige Geschöpf unter der wärmenden Decke, beinahe im Gleichklang mit dem Schatten der sich in ihr Leben schlicht.

    Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat.
    Jede einzelne Stunde des vergangenen Jahres, nein, weit länger festigte sich dieses tiefe Band, Vertrauen das erblühte und weiter gedeiht, unaufhaltsam.
    Sie war angekommen, ein Weg voller Hürden, ein Weg der noch Weitere beinhalten würde.
    Doch das Gefühl war es wert, sie waren es wert.


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    Re: Hinter dem schönen Schein

    Beitrag von Lady Adelaide am Sa Jul 21, 2018 1:11 pm



    Erwacht aus einem Alptraum, alles Schlimme, Belastende hinter einem.
    Fort, weit fort, für immer.
    Die Zukunft, zu schön um wahr zu sein und doch lag der Weg nun klar vor ihr.
    Immer greifbar und doch so fern, doch jetzt, jetzt war sie angekommen.

    Ein sanftes Lächeln das sich bei dem Gedanken auf ihre Lippen legt, ein Glanz in den sich öffnenden Augen der seines Gleichen sucht.
    Ein Bild, das sich für immer, unauslöschlich in ihre Gedanken brennt.
    Etwas das es vermag sie innerhalb weniger Herzschläge in eine tiefe unverrückbare Ruhe zu versetzen. Das, was ihr auf dieser Welt mehr bedeutet als ihr eigenes Leben, für das sie alles geben würde.



    Die linke Hand anhebend, vorsichtig, zaghaft nähert diese sich dem Bildnis, so als hätte sie Angst eine hastige Bewegung würde das alles auslöschen, es wie eine Seifenblase zerplatzen lassen. Den Atem anhaltend berühren die zarten Finger die Decke, streichen hoch, höher, bis zum flaumartigen schwarzen Schopf . Kaum merklich hebt und senkt sich das winzige Geschöpf unter der wärmenden Decke, beinahe im Gleichklang mit dem Schatten der sich in ihr Leben schlicht.

    Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat.
    Jede einzelne Stunde des vergangenen Jahres, nein, weit länger festigte sich dieses tiefe Band, Vertrauen das erblühte und weiter gedeiht, unaufhaltsam.
    Sie war angekommen, ein Weg voller Hürden, ein Weg der noch Weitere beinhalten würde.
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